Extremes festfressen mit PLA

Die Wahl des Filaments ist nicht ganz unwichtig für ein erfolgreiches Umsetzen einer Idee in ein Produkt. Hier kann alle Erfahrung geteilt werden.
Maggo-3
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Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #1 von Maggo-3 » Di 7. Apr 2015, 17:17

Hallo Leute,

Ich hatte am Anfang der Benutzung des Renkforce ja ab und zu Probleme mit dem Festfressen von ABS am Ritzel.
Das hatte ich ja mit der Zeit dann recht gut unter Kontrolle und konnte relativ gute Druckergebnisse erzielen.

Jetzt tritt das Problem allerdings erneut auf.
Allerdings ist dies nun so schlimm geworden, dass alles schon nach 10 Minuten komplett festgefressen ist.

Ich bin dann wieder auf PLA umgestiegen und habe hiermit weiter rumprobiert, da ich früher noch kein einziges mal ein Problem mit Festfressen bei PLA hatte.
Selbst PLA frisst sich nun in kürzester Zeit fest.
Ich habe die Düse schon öfter entfernt und gereinigt und mache das Ritzel oben alle paar Minuten Sauber, aber das alles hilft nichts.
Ich kann mir das ganze nicht so ganz erklären.

Dazu kommt noch, das die Druckqualität katastrophal geworden ist.
Ich hänge hierzu mal ein paar Bilder an. Ich hoffe man kann es einigermassen erkennen.
(Bei dem Bild mit den beiden Teilen nebeneinander ist Rechts ABS 0,4mm Layer und Links PLA 0,2mm Layer. Auf dem Bild mit dem Ritzel habe ich den Abrieb dummerweise gerade entfernt gehabt.)

Beim letzten Druckversuch ist mir jetzt sogar aufgefallen, dass das Kugellager zum Andrücken sich immer nur Stückchenweise dreht, also alle paar Sekunden zum Stocken kommt. Der Druck ist so natürlich absolut unbrauchbar.

Hat jemand Ideen, was hier die Ursache sein könnte?
Ich werde gleich nochmals weitere PLA Rollen Ausprobieren und von den Ergebnissen sofort berichten.
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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #2 von riu » Di 7. Apr 2015, 18:11

Hallo Maggo.

Das hatte ich auch schon. Es gibt eigentlich nur 2 Möglichkeiten die die Ursache deines Problems sind. Eine Kaputte Extruderstueuerung (Heizung und oder Tempsensor) oder ein Kabelbruch des Extrudersteppers.

Wenn Du kannst vergleiche Soll- und Isttemperatur des Extruders. Wenn das nicht geht dann fördere mit den Hardwaretasten mal einiges an Filament und beobachte das Ritzel oder die Welle (mach dir eine Markierung darauf mit einem Edding) Wenn der Motor ab und zu mal hin und herspringt ist dein Kabel vom Extrudermotor gebrochen. Wenn einfach zu wenig Filament kommt ist deine Extrudertemperatur zu gering und entweder der Extruder oder die Steuerung im Eimer.

Viel Glück bei der Suche.

Gruß,
Udo

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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #3 von Maggo-3 » Di 7. Apr 2015, 23:25

Danke für die Rückmeldung.

Nun, mit der Temperatur werde ich mal schauen, ob ich da etwas herausfinden kann. Allerdings fördert er ja, wenn der Extruder weg von der Druckplatte ist problemlos Filament, was auch je nach Einstellung sehr niedrigviskos ist. Also eigentlich plausibel.

Mit den Hardwaretasten wird das Filament ja eh nur Schrittweise gefördert.
Wenn ich ihn im Repetier Host einfach X mm Extrudieren lasse, dann läuft dies sehr flüssig ab.
Auch beim Drucken läuft das Ritzel nicht irgendwie hackelig oder so. Zumindest ist mir nichts aufgefallen. Das werde ich allerdings morgen nochmal beobachten.
Es ist ja so, dass das Lager, das den Anpressdruck erzeugt immer etappenweise klemmt und stehen bleibt, weil das Filament sich kurz festfrisst und dann wieder weiter rutscht, bis es irgendwann komplett stecken bleibt.
Das Ritzel dreht sich dabei sauber und ganz normal weiter.

Kann es denn sein, dass das Ritzel einfach schon zu abgenutzt ist und zu wenig Druck erzeugt?
Kann man das auf dem Bild erkennen?

Viele Grüße
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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #4 von alexander.bolz » Mi 8. Apr 2015, 00:03

Hallo,

bei mir ging neulich das Kugellager gegenüber dem Förderritzel deutlich schwerer als normal. Ein wenig Öl zwischen Kugelkäfig und Außenschale half.
Was auch sein könnte (war letztendlich bei mir die Ursache für ähnliche Effekte): Der Abstand zwischen Platte und Extruder ist zu gering für die Fördermenge, womit sich das Filament im Extruder so aufstaut, daß das Ritzel durchdreht. Druck doch mal mit vielleicht 15 oder 20 Linien Skirt, wenn das Filament dabei schon seitlich neben der Düse hervorquillt und gar keine gerade Linie mehr bildet, sondern ausfranst, paßt der Abstand zur Fördermenge nicht. Kann auch in höheren Layern auftreten, wenn da größere Flächen mit kompletter Füllung sind und die Fördermenge nicht paßt.

Viele Grüße,
Alexander

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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #5 von wolfkarst » Mi 8. Apr 2015, 00:09

Hallo Maggo
ich hatte ein ähnliches Problem. Mal wurde während des Druckes zu wenig oder gar nicht gefördert (Das Extrudierte Material war nur noch vom Restdruck im Extruder) und dann plötzlich ging es wieder perfekt.
Ursache war bei mir ein Kabelbruch, d.h. ja nach Stellung der X-Achse war die Förderung mal besser und mal schlechter. Wenn Du den Drucker schon länger in Benutzung hast, würde ich mal die einzelnen Adern mit einem Ohm-Meter Prüfen. Bei mir hatte ich an manchen Positionen der X-Achse einen Widerstand von 0,8 Ohm während an anderen Position ein Widerstand von über 10 kOhm zu messen war. Am besten geht das zu zweit.

Wenn es das nicht sein sollte, kannst Du ja mal Probieren die Zähne des Ritzels mit einem feinen Schraubenziehen zu reinigen. Im übrigen hatte ich die Schrauben der Federn immer wesentlich weiter angezogen als bei Dir im Bild. Inzwischen habe ich eine andere Konstruktion, welche den Durch um einiges besser auf das Kugellager verteilt und auch nach dem Filamentwechsel sofort wieder auf den optimalen Anpessdruck ist.

Gruss Karsten

PS. Vielleicht hast Du auch eine unvollständige Verstopfung in der Düse ?
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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #6 von Drall666 » Mi 8. Apr 2015, 06:33

Guten Morgen,
sieht aber auf dem Bild auch so aus als ob die Andruckplatte falsch herum montiert wäre - Ritzel und Lager sind nicht auf der selben Höhe

Andi

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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #7 von R3D3 » Mi 8. Apr 2015, 06:56

@Drall666, dies ist (leider) konstruktionsbedingt, wohl als Kompromiß wegen der festen Motorwellenposition i.V.m. verschiedenen Filamentstärken - daran störe ich mich bereits länger. Umdrehen würde nichts bringen; die Löcher für die Spannschrauben sind gegenüber der Kugellagerachse symmetrisch angebracht...

Für mein Gefühl ist entweder eine (teil-)verstopfte Düse (wurde sie evt. für verschiedene Materialien benutzt??) oder aussetzende Förderung Schuld. Hinweis: Das Reinigen des Ritzels nach so einem Abriebvorfall sollte nicht unterschätzt werden, ist recht knifflig und muss sorgfältig geschehen. Abnutzung des Ritzels kann man m.E. ausschliessen.
Schönen Gruß - R3D3 :victory:

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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #8 von Drall666 » Mi 8. Apr 2015, 09:01

Hm,
Ich hab die 1. Version des RF1000, da ists noch nicht so - da kann man das Kugellager auch in 2 Positionen in der Andruckplatte montieren.

Andi

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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #9 von Maggo-3 » Mi 8. Apr 2015, 09:51

Nun, am Kugellager liegt es nicht, das habe ich natürlich auch schon einmal ausgebaut und getestet gehabt.

Das mit dem Abstand der Platte zum Extruder kann wirklich stimmen. Beim Drucken hatte ich jetzt auch immer solche Ausfranzungen im ersten Layer. Allerdings weiss ich nicht, wie ich das beheben soll.
Ich habe alleine gestern schon 3x einen neuen Heat Bed Scan gemacht. (Ich mache den Scan mit Bluetape auf dem Bett um gleich die Richtige Entfernung zu bekommen)

Das mit dem Kabelbruch werde ich auch mal checken.

Ich hatte den Extruder auch gestern mal komplett auseinander gebaut. Wenn keine Düse drin ist, kann ich das Filament problemlos von Hand durchschieben, also glaube ich nicht, dass hier irgendwo noch eine Verstopfung versteckt ist.

Das Ritzel hatte ich bisher immer mit dem Finger sauber gewischt. Aber mit dem Schraubenzieher finde ich eine bessere Idee, das werde ich mir ab sofort auch angewöhnen. Danke für den Tipp.

Das Kugellager kann ich bei mir nicht in der Position verstellen. Das ist die fixe Position.

Die Düse habe ich tatsächlich öfter für verschiedene Materialien benutzt. Allerdings habe ich sie auch öfter abgenommen und mit Nadel und Pinzette sauber gemacht und/oder in Aceton eingelegt, falls ABS im Spiel war.

Was mit gerade noch einfällt:
Ich habe beim Drucken Digits Werte die bis in den 5000er Bereich hineingehen. Ich habe leider vergessen, wo diese Werte am Anfang lagen, aber ich glaube nicht so hoch.
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Re: Extremes festfressen mit PLA

Beitrag #10 von riu » Mi 8. Apr 2015, 10:23

Moin Maggo.

Also ich habe mir bei meinen 3mm Extrudern die obere Messinghülse auf 3,5mm aufgebohrt. Damit läuft das Fiament um einges weicher durch den Extruder. Das originalmaß ist etwas stramm wenn ein kleiner Knick im Filament da durch läuft. Das kann bei Dir auch eine Ursache sein. Den Oberen Teil kannst du einfach abschrauben und mit einem 3,5 mm Stahlbohrer aufbohren.

Das Reinigen des Ritzels mit einem schraubenzieher halte ich für kontraproduktiv. Das Ritzel hat schöne scharfe Zähne und die nutzen sich nicht durch das weiche PLA/ABS etc ab. Aber wenn man da nun ständig mit harten oder gehärteten Schraubendrehern daran rumfeilt ändert sich das rasch. Kauf dir eine Dose Pressluft damit wird es lange ein tolles Ritzel bleiben.

Auch ein Schwamm oben vor dem Extruder auf dem Filament habe ich seit dem ich 0,3 mm Düsen verwende immer drauf! Das ist Pflicht. Partikel sammeln sich immer in der Schmelzkammer vor dem Austritt und haben meine Düsen regelrecht zugesetzt.

Viel Erfolg!

Gruß,
Udo


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