Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Hier könnt Ihr alles was mit dem Fräsen zusammenhängt diskutieren.
snoopy
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Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #1 von snoopy » Do 7. Jan 2016, 15:02

Hallo,
diese Frage richtet sich vor allem an die Leute die ihren rf 1000 als Fräser benutzen.
Also meine Frage lautet : Ist es möglich den Werkstücknullpunkt und den Nullpunkt der Z-Achse für bestimmte Werkstücke im Drucker einzuspeichern und dann später wieder abzurufen?
Habe schon versucht den Werkstücknullpunkt über Set x/y origin zu speichern doch als ich dann mit dem fräsen begonnen habe hat der Fräser trotzdem den Werkstücknullpunkt gesucht?

Oder muss man den beim Fräsen immer vorher vom Fräser suchen lassen?

Hoffe ihr könnt mir helfen.

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rf1k_mjh11
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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #2 von rf1k_mjh11 » Do 7. Jan 2016, 18:41

snoopy,

Bin kein Fräser, habe aber lange an der Übersetzung der GCode-Befehle gearbeitet.

Eventuell ist es das hier, dass du suchst.

Damit wird eine Z-Matrix des Werkstücks wieder geladen, dass man vorher gespeichert hat.

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #3 von snoopy » Fr 8. Jan 2016, 14:42

Noch zwei andere Fragen.
1. Wo muss ich den Befehl abspeichern ?
2. Über Werkstücknullpunkt abspeichern, also am drucker selbst geht das nicht, oder wie?

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #4 von RF1000 » Fr 8. Jan 2016, 14:50

Hallo snoopy,


es gibt im Moment keine Funktion, mit welcher sich die Firmware die Z-Position der Werkstückoberfläche merken und auf Anfrage mit Höchstgeschwindigkeit dorthin fahren würde.
Wenn dein Werkstück immer gleich ist könntest du aber in den ersten G-Code Zeilen ein Z-Homing durchführen, anschließend den Tisch mit hoher Geschwindigkeit bis knapp zum Fräser hoch fahren (um den Weg Z, den du zuvor selbst ermittelt hast) und erst dann den Z-Origin suchen lassen. Diese Suche würde dann nur sehr kurz dauern, du musst aber selbst sicherstellen, dass beim Hochfahren des Tisches mit hoher Geschwindigkeit nicht irgendwann ein zu hohes Werkstück auf dem Tisch liegt (weil der Fräser dann in das Werkstück knallen würde).


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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #5 von snoopy » Sa 9. Jan 2016, 12:30

Bin jetzt etwas verwirrt :wundern: .
Könntet ihr ( rf 1000 und mjh11 ) mal eben kurz beschreiben, am besten mit einem Beispiel, wie ich das machen muss, weil ich mich noch nicht so gut mit dem Drucker auskenne?

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #6 von snoopy » Mo 11. Jan 2016, 15:39

Also,wie müsste ich denn einen G-Code Befehl ab speichern und wie rufe ich ihn später wieder auf, also mit was für einem Befehl? bzw was muss ich eingeben um ihn abzuspeichern und wieder aufzurufen?

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #7 von rf1k_mjh11 » Mo 11. Jan 2016, 18:25

snoopy,

So richtig traue ich mich nicht, eine Anleitung zu geben. Bin nur Schmelzer und habe folge dessen keine Erfahrung in der Sache. Aber was soll's - ist ja nur deine Maschine.

Den übersetzten GCodes entsprechend, müssten die Befehle M3150 und M3149 dafür zuständig sein.

M3150 startet ein Werkstückscan und speichert das Ergebnis im EEPROM. Es gibt eine begrenzte Anzahl Speicherplätze. Folglich wird nicht 'auf ewig' neu gespeichert', sondern man muss eine Speicherstelle vorgeben, mit dem Befehlsparameter. Damit sähe der Befehl so aus:

M3150 S2; damit wird die erfasste Matrix in Speicherstelle 2 gespeichert.


Damit kann man später, mittels

M3149 S2; genau dieselbe Matrix wieder laden und verwenden


Den ersten Befehl, M3150 S2 muss man nicht unbedingt 'ab speichern', den kann man einfach mittels Repetier-Host direkt an den Drucker senden, zum Beispiel.

Die Benutzung des M3149-Befehls, hingegen, wird wahrscheinlich nur was im GCode selbst bringen. Da wird es für mich noch ein bisschen schwerer hier guten Rat zu geben.
  1. Im Falle einer 'Serienfertigung', d.h. mehrere Stücke derselben Art, vom selben Ausgangsmaterial aus fräsen:
    Im Start-GCode, an der entsprechenden Stelle den Befehl platzieren, bevor das Fräsen beginnt.
    Damit würde der Drucker schon wissen, wo Z=0 ist, und wie das Werkstück aussieht. Pro Werkstück wird dann jeweils dieselbe GCode-Datei verwendet.
  2. Im Falle verschiedener Teile aus ein und demselben Ausgangsstück fräsen:
    Da müsste es gleich ablaufen, bloß musst du den Befehl in den Start-GCode von jeder Datei reinschreiben (oder einfach den fertigen GCode entsprechend bearbeiten.

Ich hoffe, es ist jetzt ein wenig vom Nebel gelichtet.

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #8 von RF1000 » Mo 11. Jan 2016, 19:15

Hallo snoopy,


ich kann da dem mjh11 nicht ganz zustimmen. Der beste Ansatz hängt natürlich immer vom exakten Use Case ab. Der einfachste Use Case ist vermutlich:

- Du scannst ein Werkstück und willst danach eine Serie von identischen Werkstücken fräsen/gravieren.

In dem Fall genügt es, den Werkstückscan einmal durchzuführen. Die ermittelte Matrix wird im EEPROM gespeichert und solange das aktive Werkstück nicht umgeschalten oder ein neuer Scan durchgeführt wird bleibt diese Matrix auch erhalten. Es wäre also nicht notwendig, das aktive Werkstück über M3149 umzuschalten.

M3150 startet den Werkstückscan (und kann ihn auch abbrechen), damit kann man das aktive Werkstück aber NICHT umschalten (dafür wäre ja M3149 da). Mit dem Parameter von M3150 kann man nur auswählen, ob vor dem Scan ein Z-Homing ausgeführt werden soll (M3150 S1) oder nicht (M3150 S0 oder auch einfach nur M3150).

Wenn du immer wieder gleiche Werkstücke bearbeiten musst, dann kannst du nach dem Scan die folgenden Schritte durchführen:

- Z-Homing.
- Manuell langsam Z nach oben fahren, bis der Fräser knapp über der Werkstückoberfläche ist. Den gefahrenen Weg merken (z.B. 150 mm).

Danach kannst du im Startcode automatisch wieder auf diese Z-Position fahren, z.B. mit:

G28 ; x/y/z Home Position anfahren
G1 Z-150 ; 150 mm nach oben fahren
... ; an die gewünschte x/y Startposition fahren und dort dann mit M3130 weiter machen, um den Fräser exakt auf die Oberfläche des Werkstücks zu setzen

Vorsicht: Wie ich schon geschrieben habe musst du selbst dafür sorgen, dass auch wirklich der eingestellte Abstand (in meinem Beispiel 150 mm) Platz vorhanden ist, damit nicht der Fräser gegen das Werkstück oder den Tisch fährt. Wenn aber alle Werkstücke immer die gleiche Höhe haben wäre dieser Ansatz ein guter Weg, das Finden der Werkstückoberfläche zu beschleunigen.


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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #9 von rf1k_mjh11 » Mo 11. Jan 2016, 21:21

RF1000,

Danke für die Erklärung zum M3150 Befehl. Da fehlt die genaue Dokumentation, leider.

RF1000 hat geschrieben:M3150 startet den Werkstückscan (und kann ihn auch abbrechen), damit kann man das aktive Werkstück aber NICHT umschalten (dafür wäre ja M3149 da). Mit dem Parameter von M3150 kann man nur auswählen, ob vor dem Scan ein Z-Homing ausgeführt werden soll (M3150 S1) oder nicht (M3150 S0 oder auch einfach nur M3150).


Dann mache ich mich mal an die Wiki ran.....

EDIT: Hoppla, wie kann ich einen Speicherplatz für den Scan bestimmen? Oder zu was ist sonst wären die Parameter bei M3149, M3151 und M3152 zu gebrauchen ? Irgendwie muss ich sagen können "die Scanwerte sind diese da, nicht jene dort".

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Re: Beim rf 1000 (Fräser) Werkstücknullpunkt und Nullpunkt der z Achse festlegen

Beitrag #10 von mhier » Di 12. Jan 2016, 11:35

rf1k_mjh11 hat geschrieben:EDIT: Hoppla, wie kann ich einen Speicherplatz für den Scan bestimmen? Oder zu was ist sonst wären die Parameter bei M3149, M3151 und M3152 zu gebrauchen ? Irgendwie muss ich sagen können "die Scanwerte sind diese da, nicht jene dort".


Wenn ich RF1000 richtig verstanden habe:
M3149 S2 ; wählt Speicherstelle 2 aus
M3150 ; scannt und speichert demnach in Speicherstelle 2


Ich habe bei meinen ersten Fräs-Versuchen (erstmal nur Platinen) in der G-Code-Datei keine Befehle zum Homing etc. drin. Dadurch kann ich von Hand homen, den Fräser kurz über dem Werkstück pazieren und den Z-Nullpunkt suchen lassen. Den Nullpunkt in X/Y muss ich ja auch noch von Hand einstellen...

Übrigens ist es gar nicht so relevant, die z-Achse wirklich richtig zu homen. Ich drücke oft, um Zeit zu sparen, einfach von Hand den Endschalter, wenn das Tisch noch relativ weit oben ist. Die z-Werte sind ja eh nur relevant im Bezug auf den z-Nullpunkt. Den Endschalter braucht man sogesehen eigentlich gar nicht. Ohne z-Homing scheint die Firmware allerdings manche Sachen nicht richtig auszuführen, man muss ihr das also immer vorgaukeln. Wichtig ist dabei natürlich, dass im G-Code dann eben *keine* Befehle ausgeführt werden, die den Tisch in die Nähe des Fräsers bringen sollen, sondern dass das von Hand geschieht. Bedenken sollte man auch, dass der Fräser evtl. nicht immer genau gleich eingespannt ist, ein gespeicherter Wert wäre also ohnehin eher gefährlich...


Btw: In der neue Firmware-Version (RF 01.11) bewegen die Tasten am Bedienfeld den Tisch sehr viel schneller als früher (wenn nicht gerade gedruckt/gefräst wird). Wenn man das noch etwas verbessern würde, dass die hohe Geschwindigkeit nicht sofort erreicht wird (so dass einzelne Schritte per einzelnem Tastendruck auch möglich sind), würde das ideal taugen, um die generelle Problematik zu verbessern, vom z-Endschalter schnell an das Werkstück heranzufahren... Wenn man ein Werkstück eingespannt hat, muss man ja eh am Drucker sein.


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