Lithophane mit Cura 15.04 hergestellt

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Lithophane mit Cura 15.04 hergestellt

Beitrag #1 von georg-AW » Di 10. Nov 2015, 21:09

Hi

Die folgenden Bilder sind das Ergebnis eines Versuches mit Cura 15.04. Ich habe damit drei Lithophane gedruckt. Das sind eigentlich Pseudo 3D Drucke welche aus 2 dimensionalen Bildern hergestellt werden.
Mit Cura geht das ganz einfach. Abmasse zb 150x110x2.5mm
In der Draufsicht sehen sie nicht besonders aus, wenn man sie aber im Durchlicht betrachtet, zeigen sie sich fast magisch . Mit einer LED Zeile beleuchtet können es sogar Schmuckstücke sein.


ciao Georg
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Re: Lithophane mit Cura 15.04 hergestellt

Beitrag #2 von Zaldo » Mi 11. Nov 2015, 01:52

Klasse gemacht. Ich kenne sowas als Keramik. Verrätst Du die Vorgehensweise?

Gruß
Holger
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Re: Lithophane mit Cura 15.04 hergestellt

Beitrag #3 von hal4822 » Mi 11. Nov 2015, 08:23

Zaldo hat geschrieben:... Vorgehensweise?

Gruß
Holger


https://de.wikipedia.org/wiki/Lithophanie ist zwar etwas anders als Flachrelief, aber dafür kann man am Flachrelief Druckfehler ausbessern.
Flachreliefs lassen sich ganz einfach durch skalieren herstellen. Anschließend mit Michglas abgedeckt dürfte der Effekt vergleichbar sein.
Anderswo hier im Forum habe ich schonmal auf Tools hingewiesen, die aus Graustufenbildern 3d-Objekte machen.
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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #4 von georg-AW » Do 12. Nov 2015, 13:42

Hi

Lithophane werden mit Cura 15.04 wie folgt hergestellt:

1. Ein geeignetes Bild in .jpg oder .bmp Format aussuchen. Es sollte einen hohen Kontrast aufweisen. D.h. wenig Graustufen haben. Es kann aber durchaus ein sehr kontrastreiches Farbbild sein.
Eventuell mit einem geeigneten Programm zb Photoshop den Kontrast erhöhen. Viele Grautöne d.h. kontrastarme, "flaue oder weiche " Bilder bringen u.U. Probleme.
Evl. dem Bild einen glatten Rand verpassen ( Photoshop ), sonst kann es später nicht oder nur schlecht gerahmt oder montiert werden.

2. Das bearbeitete Bild auf geeignete Grösse bringen ( max. Druckbereich beachten , mindestens 10% drunter ), Vorsicht die Druckdauer kann unheimlich lang sein, Bild eher kleiner wählen.
Da die fertigen Lithophane nur ca. 3mm dick sind, auch im Hinterkopf behalten, dass sich derartige dünne Drucke gewaltig biegen können sobald sie von der Druckplatte runter sind.

3. Im CURA zuerst Layerhöhe einstellen 0.2 mm ist optimal, 0.1mm bringt Präzision aber viele Strings ( Fäden ) jetzt > Datei > Bild laden.

4. Ein kleines popup erscheint: >convert image, hier wenige settings machen. Schichtdicke zb. 3mm, grosse Schichtdicken können später nicht durchleuchtet werden ! Basisdicke bleibt unbedruckt, ca. 1-2mm
Breite und Tiefe des Gerätes: >damit ist die Bildgrösse ( gedruckt ) gemeint. Falls es ein Positiv Lithophan werden soll ( Normalfall ) dann " darker is higher " wählen. Sonst lighter is higher.
Im Normalfall " no smoothing wählen. Der Druck wird präziser aber mit unendlich vielen Bewegungen gedruckt. Beim smoothing gehen viele Details verloren. Es geht aber schneller.

5. Nun gcode produzieren wie üblich, speichern , alles wie üblich.

6. gCode Datei drucken, am besten in halb durchscheinendem PLA auf Kreppklebeband Typ 2090 blau. Es muss 100% haften sonst löst sich der relativ dünne Druck an den Ecken, Warping ! Sehr kritisch.

7. Nun warten, 4-5 Stunden sind für ein Lithophan von 150 x 100 mm durchaus normal.

8. Während des Druckes nicht erschrecken, es schaut fürchterlich aus und man denkt " das wird nichts....". Er druckt wieder mal Mist. Warten.. es kommt anders.

9. Nach Druckende, das Druckbett ca. 150mm herunterfahren. Das Lithophan drauf lassen.

10. Mit einem Skalpell die fast unvermeidlichen Strings wegschneiden oder ablösen. Je präziser der Druck mit vielen Schichten ( unendlich viele Bewegungen und retracts ) desto mehr Strings sind vorhanden.

11. Das Lithophan mit Vorsicht vom Haftgrund lösen. (mit Tools von Talens )

12. Mit einer weichen Bürste unterm fliessend heissen Wasser das Lithophan kräftig abbürsten. Mit Haushaltpapier trocknen. flach legen.

13. Evl .mit dem Skalpell weitere unentdeckte Fäden entfernen.

14. Im Durchlicht bewundern. Erstaunlicherweise schauts meist sehr gut aus. Nun viel Erfolg.

PS. Natürlich gibt es Programme zur Erstellung von Lithophane. Wer dafür Geld ausgeben will, der soll das tun. Es ist nicht nötig. Druckfehler lassen sich im PLA Druck mit dem Skalpell leicht beheben.

ciao Georg
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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #5 von Zaldo » Do 12. Nov 2015, 17:34

Klasse Gerog, danke für die super genaue Anleitung :freunde:
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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #6 von hal4822 » Do 12. Nov 2015, 18:40

http://extensions.sketchup.com/de/content/bitmap-mesh
Da bin ich aber froh, dass meine Methode einen Vorteil hat: Grautöne sind geradezu erwünscht, denn schwarz-weiß kann ja sogar Cura wie man sieht.
Man kann mit dem SketchUp-Plugin "bitmapTOmesh" gleich die gewünschte Höhe erzeugen, aber man kann natürlich je nach Anwendung des Druckergebnisses auch nachträglich die Z-Achse skalieren. Letzteres geht mit dem Slicer sogar wesentlich schneller als in SketchUp selbst.
Also 2mm für Lithophane, 10mm für ein Spekulatius-Model oder 30mm für einen Aschenbecher

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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #7 von RAU » Do 12. Nov 2015, 23:08

Also, ich bilde mir ein, bei Georgs Bildern jede Menge Grautöne zu erkennen.

Eine nette Anwendung für diese Funktion, die übrigens auch in S3D existiert. Ich habe es nur mal auf die Schnelle ausprobiert (ohne zu drucken), die Parameter kann man ja auch hier übernehmen. Siehe Video...

Nur für die lithophane Martinslampe dürfte es langsam zu spät sein ;)
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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #8 von hal4822 » Fr 13. Nov 2015, 00:26

georg-AW hat geschrieben:... Es sollte einen hohen Kontrast aufweisen. D.h. wenig Graustufen haben. Es kann aber durchaus ein sehr kontrastreiches Farbbild sein.
ciao Georg


Ich würde das letzte Bild von Georg (das grüne) ja auch für das Ergebnis eines ganz normalen Fotos halten, aber man erkennt ja fast nichts.
Wer weiß wie er zu dieser Meinung gekommen ist. Glaube nicht, dass das aus einer Anleitung von Cura stammt.

Auf jeden Fall würde ich mir immer die "Mühe" machen, Farbfotos zuerst in Graustufenbilder umzuwandeln.
Sowieso eignen sich umgewandelte Farbbilder meist besser als echte Schwarzweißfotos, die ja (wenn vom echten Fotografen) mehr mit Licht und Schatten arbeiten.
Andererseits kommt es sehr auf die Farben an, denn nicht immer ordnen Grafikprogramme den Grauwert zu, den man erwartet.

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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #9 von georg-AW » Fr 13. Nov 2015, 11:49

Hi

Natürlich hat mein letztes Bild ( unser Opa mit Enkeln ) jede Menge Grautöne, nämlich 25.

Jede Drucklage ist eine Graustufe.

Lithophane müssen lichtdurchlässig sein. Deshalb sind sie nur ca. 3-8mm dick. Davon ist eine Basislage von 1-2mm abzuziehen. Sie ist völlig strukturlos. Es bleiben zb. 2.5mm mit gedruckter Struktur bei einer Layerhöhe von 0.1mm übrig. Rechne... Es funktionieren eigentlich nur Layer von 0.1mm ( lange Druckdauer und viele Strings ) bis 0.3mm, wenige Graustufen d.h. grob. Optimal ist 0.2mm

Die Umwandlung von Farbbildern in Graustufenbilder ist ein unnötiger Umweg. Cura akkzeptiert Farbbilder. Eine grössere Anzahl Graustufen, wie überhaupt Drucklagen gedruckt werden können , bringen gar nichts...

Die Anleitung ist übrigens zu 100% auf meinem Mist gewachsen. Cura bzw. Ultimaker war da nicht beteiligt.

Ich empfehle jedem zuerst selbst einen Versuch zu machen, es lohnt sich. Manch einer kommt dann auf die Welt.. Es ist häufig ganz anders als man zu glauben meint.

ciao Georg

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Re: Herstellung von Lithophanen mit CURA als slicer

Beitrag #10 von hal4822 » Fr 13. Nov 2015, 13:42

georg-AW hat geschrieben:Die Umwandlung von Farbbildern in Graustufenbilder ist ein unnötiger Umweg. ... Es ist häufig ganz anders als man zu glauben meint.

ciao Georg


https://www.youtube.com/watch?v=EoAZ-u6hn6g dazu empfehle ich ab Minute 2:15 genau aufzupassen.







Rot wird hier wie schwarz gewertet und deshalb ist es um soviel höher als das benachbarte Weiß, wie das Teil dick ist. Mit Hintergrundbeleuchtung wäre das gut, denn da käme dann auch das meiste Licht durch.
Für eine Lebkuchenform hätte ich das lieber umgekehrt gehabt, denn dann wären die roten Felder mit Marmelade auffüllbar und für die weißen Felder hätte Zuckerglasur genügt.


Aber ich kenne die Möglichkeiten von Cura nicht und ansonsten ist es Geschmackssache
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