E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF1000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #31 von Mesqualito » Mo 8. Feb 2016, 21:42

Hallo zusammen!

Nachdem mich heute scheinbar der Temperaturfühler meines original V2 "C"-Extruders verlassen hat, ich den ganzen Tag damit verbracht habe, mir alles mögliche zu RF1000-, Pico-, Dglass- u.a. Extrudern durchzulesen, bin ich im Anschluss an diesen Thread ungeduldig geworden und habe mir trotz Geldknappheit den E3D-V6 bestellt. Der scheint auch immer teurer zu werden?!

Ich gehe davon aus, dass der original "C"-Extruder ein 3mm 24V Extruder war - das "3mm" steht ja wenigstens in der Beschreibung meiner Bestellung von Mitte Dezember. Mehr als ca. 50 Stunden PLA und eine halbe Stunde ABS hat der original Extruder nicht geschafft - ich hoffe, diesen auf Kulanz ausgetauscht zu bekommen.

Defekt ist der wirklich im Betrieb gegangen: mit "Objekt auswerfen" habe ich das Heizbett runtergefahren zum Säubern. Das ABS wollte bei den im Standardprofil vorgegebenen 145 Grad Celsius Heizbett-Temperatur nicht haften. An der Düse habe ich lediglich ein bisschen ABS-Würstchen abgenommen. Das ABS (schwarz) konnte ich vor dem ersten ABS-Versuch mit "Load Filament" direkt hinter dem Rest PLA (rot) durchlaufen lassen, nach einem 36-Stunden-Druck (siehe unten) und einem Tag Druckpause und habe nach dem letzten Rot noch ca. 30 cm schwarz weiter durchgelassen.

Dann habe ich mir - zur Vorbereitung des zweiten Versuchs eines ABS-Drucks - erneut ein "Preheat ABS" gewünscht. Temperaturanzeige Extruder und Heizbett IST- und SOLL-Werte - alles gut, wie fast schon gewohnt. Dann bin ich mit "Home all" nach oben gefahren - und nach der Positionierung ist das Display auf "def / def" umgeschalten. Zuerst dachte ich: Kabelbruch. Dann habe ich den Extruder gemessen - und habe unendlich Widerstand beim Temperaturfühler des Extruders. Wenn ich den RF1000 aus- und dann wieder einschalte, zeigt das Display kurz " -20 / 20" und geht dann sofort auf " def / def".

Nochmal den gleichen, den vorliegenden Berichten zufolge doch scheinbar ziemlich empfindlichen C-Extruder ("V2") kaufen wollte ich nicht. Das Einzementieren - zusätzlich zu den Madenschrauben?! - ist sehr "reparatur-unfreundlich". Dass dann dennoch im Inneren die Drähte irgendwie flöten gehen, macht das ja noch ärgerlicher. Ich habe die Madenschrauben rausbekommen, den überstehenden Zement mit einem Dremel abgeschleift - aber der Messingring sitzt immer noch unbeweglich auf dem "Zementrohr". Und ja, Schraubstock und Hammer konnte ich mir nicht verkneifen, hab "vorsichtige" Schläge mit einem Dorn auf das innen feste ABS vollbracht und nach zwei Schlägen aufgehört, weil ich die Macken vom Schraubstock im Messingring nicht sehen konnte...

Es ist ein spannendes Feld mit dem 3D-Druck. Hat bei mir auch prima angefangen: auf eBay habe ich Anfang November einen vollständig zusammengebauten RF1000 ersteigert, wegen bester Bewertungen per Überweisung gezahlt (1.100,- Euronen) - dann wurde ich eine Woche später von einem Lehrer angerufen, sein eBay-Konto und sein Telekom-eMail-Account wurden gehackt. Hätte ich nicht schon über 990 eBay-Käufe hinter mich gebracht und die tollsten Dinger erlebt, hätte es mich stutzig machen können, dass der eBay-Verkäufer einen anderen Namen hatte als der Empfänger der Überweisung... Kurz: die Anzeige bei der für mich zuständigen Polizeidienststelle läuft noch, das durchaus vertrauenserweckende Foto des Druckers mit dem Hintergrund eines Kinderzimmers war ebenso geklaut wie die Beschreibung (von einer Dame, die ihr Gerät tatsächlich verkauft hat, allerdings auf einer anderen Verkaufsplattform), das Geld ist hochwahrscheinlich futsch...

Den jetzigen RF1000 hat die Firma gekauft, die mich beschäftigt und ich habe ihn im Weihnachtsurlaub zusammen gesetzt. Nach ca. einem Dutzend Testdrucken hat er zuletzt brav eine Dual-Festplattenhalterung für meinen Medienserver gedruckt. Dazu musste ich mir erst SolidEdge beibringen. Aus PLA, in fehlerfreien 36 Stunden, 150x150x130, stabile Ausführung, über Slic3r mit angepassten Profilen. Eventuell hat der Extruder unter dem 36-Stunden-Betrieb gelitten? Das ehemals goldene Messing der Düse und des unteren Ringes sind jetzt auf jeden Fall fleckig schwarz...


Jetzt habe ich aber wohl ein Problem: gibt es keine Kulanz seitens Conrad, wie bekomme ich dann die schönen, von Euch dankenswerterweise bereitgestellten STL's zur Halterung des E3D-V6 im RF1000 in echtes ABS verwandelt? Könnte mir die hier jemand - natürlich gegen entsprechende finanzielle Entschädigung - rausdrucken? Leider muss ich den RF1000 im März wieder an die Firma zurück geben, so die bisherige Übereinkunft. Bis dahin würde ich es gerne hinbekommen, mir einen eigenen Drucker zu basteln - ganz im RepRap-Sinne ;-)

Danke erstmal für Eure Aufmerksamkeit!

Helau ;-)

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #32 von RAU » Mo 8. Feb 2016, 22:25

Wie ärgerlich, sowas! Ich habe mal eine Kamera bei einem Betrüger kaufen wollen, der hatte innerhalb einer Woche duzende teuerer Verkäufe getätigt und war dann einfach verschwunden. Zum Glücke hatte ich mit Paypal bezahlt und daher alles wiederbekommen.

Zum Extruder: 24V/3mm ist genau richtig. Die sind ziemlich teuer, 12V/1.75mm ist die typische reprap Variante und daher billig aus China.

145°C Druckbett ist selbst für ABS eigentlich schon zu hoch. Das Material wird da schon weich. Das Haftungproblem könnte etwas mit der Anfangshöhe zu tun haben...? Suche mal im Forum nach Haftung/Ablösung/Warping.

Extruder-Tod beim Homing? Hm, ich nehme mal an, ohne Crash der Extruderspitze. Da hätte ich aber auch auf das Kabel getippt. Und er ist nicht beim Ausbauen kaputt gegangen? Beim früheren Moddel gab es das typische Problem, dass die Leute oben den Extruder fest-/losschrauben, wärend sie unten an der Spitze gegenhalten. Das hat reihenweise Zement zerbröselt. Ich weiß aber gar nicht, ob das jetzige Modell noch so empfindlich ist. Und ob es da noch Kulanz nach der Schraubstock-Aktion gibt? ;)

Schwarze Messingspitzen sind normal, ebenso muss er einen 36-Stunden-Druck aushalten können, auch wenn das natürlich eine Belastung ist.

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #33 von Mesqualito » Mo 8. Feb 2016, 22:43

Am Zement ist nichts irgendwie zerbröselt. Es gab auch keinen Crash. Das ist ja das merkwürdige: selbst nach Abschrauben der Madenschrauben sitzt alles noch bombenfest, da wackelt kein Mikrometer, zumindest kein sicht- bzw. spürbarer. Morgen gehe ich ggf. mal mit einem Bohrer in die Löcher, in denen Zement sitzt, vielleicht fällt dann der Messingring ab? Eventuell pappt auch das ABS die Zementhülse und den Messingaufsatz fest? Aber was erwartet mich unter dem Messingring - so wie es im Forum klingt, ist der Extruder wohl irreparabel.

Ausgebaut habe ich ihn erst nach der "def / def"-Anzeige. Und die Düse sauber gemacht hatte ich nach dem PLA, inklusive Abschrauben (bei "Preheat PLA", da sich ansonsten die Düse nicht hat lösen lassen) und vor den ersten Drucken mit ABS. Das habe ich allerdings schon ein paarmal gemacht, ging auch nie so schwer, dass man da hätte Gewalt anwenden müssen. Aber eben immer im heißen Zustand der Düse - was laut manchen Foreneinträgen auch gefährlich sein soll?!

Ich habe auch das Plastikgehäuse um den RF1000, da sollte ich bei ABS mit der Heizbett-Temperatur runtergehen können. Mit PLA kam ich jetzt wunderbar zurecht, bei ABS fehlen mir noch jegliche Erfahrungen. Der RF1000 ist auch mein erster 3D-Drucker, manchmal komme ich mir schon wie hinter'm Mond vor, wenn ich Thingiverse und natürlich auch dieses Forum durchforste. Dabei war ich schon mit 14 Jahren von meinem ersten Drucker, einem 24-Nadeldrucker STAR 24-irgendwas fasziniert, den man auch umfunktionieren konnte :-)
Naja, als ITler bei der Umstellung einer Warenwirtschaft war ich jetzt ein paar Jahre (!!) mit Prozessdefinitionen und Datenbank-Geschaufele beschäftigt, da kam "das Praktische" viel zu kurz :-( Nicht zu vergessen die Häusle-Renovierung unseres Eigenheims aus ca. 1840, die ebenfalls seit zwei Jahren auf Trab hält...

Und ich habe seit 1.02. meine Arbeitszeit stark reduziert, weil ich eben nur noch vor Tabellen gesessen war und Daten rumgewühlt habe. Jetzt bin ich richtig heiß geworden, sowohl SolidEdge als auch der RF1000 haben ja Suchtfaktor - und schon steht das Teil :-(

Ich brauche mehr, mehr, mehr ;-) Hab ja schließlich auch noch Filament da, das sich langweilt...

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #34 von Mesqualito » Mo 8. Feb 2016, 22:50

Unter wiki/index.php/Extruder_Sensor_Fehler findet sich:

"-> Widerstand unendlich
Temperaturfühler defekt! Vermutlich Leitung im Extruder abgeschert oder Fühler durgebrannt."

Fühler durchgebrannt. Aha.
Muss das denn mir passieren...

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #35 von RAU » Mo 8. Feb 2016, 23:26

Mesqualito hat geschrieben:Jetzt habe ich aber wohl ein Problem: gibt es keine Kulanz seitens Conrad, wie bekomme ich dann die schönen, von Euch dankenswerterweise bereitgestellten STL's zur Halterung des E3D-V6 im RF1000 in echtes ABS verwandelt? Könnte mir die hier jemand - natürlich gegen entsprechende finanzielle Entschädigung - rausdrucken? Leider muss ich den RF1000 im März wieder an die Firma zurück geben, so die bisherige Übereinkunft. Bis dahin würde ich es gerne hinbekommen, mir einen eigenen Drucker zu basteln - ganz im RepRap-Sinne ;-)

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Ich schiebe diesen Hilferuf, den ich eben einfach übergangen habe, nochmal nach vorne. Ich kann leider gerade nicht drucken und brauche noch etwas Zeit, meinen Drucker wieder ans Laufen zu bekommen. Als die Heizung sich abgelöst hat, habe ich gleich noch mehr Baustellen aufgemacht.

Ist also ganz normal mit manchmal stehendem Drucker, übrigens... ;)

Mesqualito, nicht dass du da ein Kabelproblem UND einen kaputten Extruder hast. Aber lass uns den Teufel nicht an die Wand malen.

Die Düse kann man natürlich nur im heißen Zustand abmachen, sonst ist ja das Plastik hart. Ich habe das immer so selten wie möglich gemacht und würde eher einen zweiten Extruder kaufen, als hin- und herzuwechseln. Der Extruder ist ja sowieso ein Verschleißteil, dann hält es aber länger. Und zum reinigen musste ich noch nie eine Düse abschrauben. Liegts am Filamentreiniger... ?

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #36 von Mesqualito » Mo 8. Feb 2016, 23:51

Die Düse habe ich jetzt in den eineinhalb Monaten sporadischen Einsatzes insgesamt viermal abgeschraubt. Ich habe gelesen, dass es gut wäre, Schmodder von den Plastikfäden, die ja relativ leicht zu entfernen gehen, von der Düse zu putzen, damit sich ggf. hochdrehendes oder -drückendes Filament beim Druck nicht an der Düse festpappt. Das "Putzen" der Düse habe ich mit Dremel und einem Messingdrahtbürsten-Aufsatz gemacht, sah dann ja auch wieder schön aus :-)

Eine Düse zum Wechseln habe ich noch gar nicht. Ich komme erst langsam hinter die vielen Parameter, die den reproduzierbar erfolgreichen 3D-Plastikdruck ausmachen: Hersteller des Filaments, Material des Filaments (PLA, ABS, ...), Durchmesser des Filaments, Durchlass der Düse, was passt dabei zu was, mit welchen Vor-/Nachteilen, bei welchen Temperaturen in welchem Layer mit welchen Geschwindigkeiten bei welcher Raumtemperatur uva.

Dass der Extruder ein Verschleißteil ist, wusste ich so ebenfalls noch nicht. Wohl, weil das in den ganzen RF1000-Videos nicht angesprochen wird :-) Ich nehme auch an, dass der Verschleiß eines E3D-V6 wesentlich unstressiger ist als beim "C"-Extruder - er schaut zumindest viel einfacher aufgebaut aus. Und einfach ist immer gut, sag ich mal, als gelernter Schriftsetzer. Nee, "Mediengestalter, Fachrichtung Medienoperating / Print" - aber den Bleisatz durfte ich auch noch kennen lernen, sowohl für den Heidelberger Tiegel und Zylinder als auch an einer Linotype-Maschine mit integriertem Bleiofen. 3D-Druck von vor fast 90 Jahren :-) Als "Jünger der schwarzen Kunst" wurde ich noch echt von meinen Meistern gegautscht! ;-)

Und die Linotype war zu ihren besten Zeiten auch immer mit Defekten gestanden, weswegen in Zeitungsredaktionen angeblich immer eine mehr rumgestanden sein muss als es Setzer dafür gab. Noch ein Kuriosum aus unserer Druckbranche? "Uppercase" und "Lowercase" sind keine direkten Übersetzungen für "Groß-" bzw. "Kleinschreibung", sondern deuten auf die Positionen der Buchstaben in den schräg gestellten Setzkästen hin: die großen Buchstaben waren in den oberen, die kleinen in den unteren Fächern! Das habe ich aber auch erst vor ein paar Wochen in einer Doku durch einen britischen schwarzen Jünger älteren Semesters gelernt ;-)


Zur Aushilfe bez. der zu druckenden Teile: bin erstmal gespannt, was der Support von Conrad schreibt. In deren Video-Vortrag zum Thema RF1000 ( https://www.youtube.com/watch?v=D4V1ezVuCQI ) ist von "geringen Druckkosten" die Rede. Wenn der Extruder mitunter so schnell schlapp machen kann, muss das aber schon in die Druckkosten eingerechnet werden... !

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #37 von RAU » Di 9. Feb 2016, 00:09

Mit "Verschleißteil" meinte ich natürlich nicht, dass er nach 50h kaputt gehen darf, das sollte schon mehr sein. So etwa Jahresrhythmus wäre vielleicht angemessen. Beim E3DV6 ist das in der Tat etwas schöner. Da ist eigentlich nur die Düse wirklich ein Verschleißteil, alle anderen Teile kommen mit flüssigem Plastik nicht in Berührung. Und es lassen sich alle Teile einzeln nachkaufen. Langjährige Erfahrungen habe ich aber noch nicht.

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt) - V2 Aufbau

Beitrag #38 von rf1k_mjh11 » Di 9. Feb 2016, 08:34

Mesqualito,

Mesqualito hat geschrieben:....Morgen gehe ich ggf. mal mit einem Bohrer in die Löcher, in denen Zement sitzt, vielleicht fällt dann der Messingring ab?...


Ich hatte einen V1 vor Monaten geschrottet. Da brach der M6 Nippel für die Düse beim Düsenwechsel ab (trotz vorheizen).
Der Messingring (im Bild "C"), falls es der große sichtbare ist, durch den die Madenschraube in das PEEK-Teil geht, ist mittels Feingewinde mit dem darunterliegenden Teil verschraubt. Da wird der Ring nicht 'abfallen'.

Im Bild sieht man die drei Teile, die 'zementkontakt' haben. "A" ist der PEEK Teil, sieht bei der V2 Version ein wenig anders aus. Teil "B" ist mittels M6 Gewinde (direkt unter dem "B") mit dem PEEK Teil verschraubt. Teil "B" hat auch eine breitere, tiefere Nut, in dem die Heizungsdrähte gewickelt werden, und in dem sich auch der Thermofühler befindet. Die rechte Seite dieser Nut (im Bild) hat das Feingewinde, mit dem Teil "C" mit "B" verschraubt ist. (Normalerweise würde sich rechts vom Feingewinde noch das M6 Gewinde für die Düse befinden - ist bei mir abgebrochen - deswegen kam auch der V2 - der ist hier nicht so empfindlich.). Die Madenschraube(n) sichert sowohl das M6 Gewinde von Teil "B" in "A", als auch gleichzeitig "C" zu "A". Damit können sich keine der Teile mehr zueinander verdrehen.

Zugegeben, hier handelt es sich um eine V1-Variante. Aber ich bin ziemlich sicher, dass sich, vom Montageprinzip her, nur das Gewinde für die Düse geändert hat.

Den Herstellprozess stelle ich mir so vor:
  • "B" in "A" schrauben
  • Anschlussdrähte durch die Löcher im PEEK führen
  • Heizung wickeln
  • Thermistor platzieren
  • Anschlussdrähte mit Thermistor und Heizung verbinden
  • Teil "C" aufschrauben
  • Per Madenschraube sichern
  • mit Zement vergießen


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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #39 von georg-AW » Di 9. Feb 2016, 18:20

Hi

Meiner Ansicht nach hat der RF1000 ( vermutlich auch RF2000 ) ein paar signifikante Konstruktionsschwachpunkte.
Ich habe mir vor längerer Zeit meinen eigenen Extruder gebaut ( siehe treads ) und bin dabei bei mir auf dieselben Probleme gestossen.

Diese Punkte führen dazu, dass man den Extruder "kaum" reparieren kann. Jeder Reparaturversuch endet mit der Zerstörung.

Warum: Die 18 Ohm Heizwicklung besteht aus einem 0.2mm dicken Nichrome- Widerstandsdraht welcher mit Glasseide umwickelt ist.
Ca. 0.5m davon sind auf das kleine Messingteil aufgewickelt. Möglichst im guten Wärmekontakt dazu liegt auch der Thermistor ( 100kohm NTC ).
Er hat Anschlussdrähte welche nur 0.15mm dick sind.
Sowohl Heizung als auch Thermistor müssen noch mit den teflonisolierten ( roten Litzen ) verbunden werden. Diese Verbindungen müssen mindestens
>= 260 Grad aushalten ( können also nicht weichgelötet sein, bzw. sind nicht weichlötbar (bei der Nichrome-Kupferlitze Verbindung.)

Ich vermute, dass diese Verbindungen gecrimpt sind und innerhalb der PEEK-Bohrungen liegen. Die Verbindungen werden ausserhalb des vormontierten Extruders gemacht.
Am Schluss wird alles mit der speziellen Keramikmischung vergossen. Sie klebt nur mässig am Messing bzw. gar nicht am PEEK. Sie ist zudem null elastisch sondern sehr spröd.

Wenn der Extruder nun eine Weile gelaufen ist und vor allem bei höheren Temperaturen betrieben wurde ( ABS Druck ), schrumpft das PEEK ein wenig, das genügt aber, dass die geschraubte Verbindung ( MS-Heizwicklungskörper > PEEK ) minimal lose wird.

Die kleinste Bewegung zb. durch unsachgemässe Demontage der Düse , oder weil die Düse mit nicht weichwerdenden Bestandteilen gefüllt ist,
verdreht sich dann das kleine Messingteil gegenüber dem PEEK Teil wobei die dünnen Anschlussdrähte der Heizwicklung und des Thermistors abgeschert wrden.
Extruder defekt ( Anzeige : def def )
Deshalb mein Rat: Extruder nicht reparieren, Düse nur bei hoher Temperatur und gaaaanz vorsichtig losdrehen. Sonst ist der Extruder hinüber.
Verwendet für ABS und PLA bzw. für jedes Material jeweils einen eigenen Extruder.

ciao Georg

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Re: E3D-V6 Umbausatz (gedruckt)

Beitrag #40 von Mesqualito » Mi 10. Feb 2016, 22:21

Es kam eine Rückmeldung von Conrad, ich solle mal den Extruder einschicken (kostenfrei!), die werden ihn sich anschauen.

Zudem habe ich mir den in "Extruderreparatur" erwähnten Thermistor und das 24V-40W-Heizelement bestellt, zusätzlich zum E3D-V6 - so oder so ist die Lösung beim "C"-V2 nicht wirklich prickelnd, wie Georg gut beschrieben hat. Und ein besserer, modularer Aufbau muss ja nicht gleichbedeutend sein mit thermisch schlechteren Eigenschaften. Bei der korrekten Wärmemessung, -verteilung und -ableitung scheint der "C"-V1/V2 ja zu punkten, wie im Forum zu lesen ist, aber ich nehme mal an, dass z.B. auch der Pico oder der E3D-V6 das bieten. Ich hole mir im Laufe dieses Monats hoffentlich endlich die Drehbank nach, und dann wird da mal selbst experimentiert. Schrauben und klemmen statt crimpen und vergießen bzw. versiegeln...

Das Forum hier ist spitze!
Danke für die Mühen, Eure vielen Tipps und eigenen Erkenntnisse fundiert und detailliert zu teilen!


Grüße in die Runde,

Jochen


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