Bester Extruder ABS, PLA ?

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF1000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
Stefan baut Zeug
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Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #1 von Stefan baut Zeug » So 13. Sep 2015, 15:35

was ist eurer Meinung der Beste extruder derzeit am Markt?

single bzw dual ist auch interessant..

Kenn mich da nicht wirklich aus.

Der V2 würde ich sagen ist ok aber er hat jede Menge Potential nach oben ...

mfg,
Stefan

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Re: Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #2 von rf1k_mjh11 » So 13. Sep 2015, 17:50

Stefan/Stefan baut Zeug,

"... der Beste extruder ..."?

Tja, gute Frage. Kommt darauf an, worauf man Wert legt. Ist es das Erfolgsgefühl, müsste ich sagen "der selbstgebaute" ist der beste Extruder. (Da könnte man den wolfkarst und einige andere um Bestätigung bitten).

Dann kommt es auch darauf an, ob du mit "extruder" nur das Hot End meinst, oder auch der gesamte Filamentantrieb, der dahintersteckt. Allein beim Hot End kann man schon dutzende (hunderte) Variationen finden, ganz zu schweigen vom Filamentantrieb.

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Re: Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #3 von Stefan baut Zeug » So 13. Sep 2015, 18:55

Ok beim v2 stört mich er ozzed bei längeren Wegen. Der Temperatursensor ist fix verbaut spinnt schon..
Die Trennung zwischen heiss und kalt scheint etwas spartanisch zu sein.

keine Ahnung.. wie schlägt sich zB: e3d v6 gegen den Renkforce? das Design gefällt mir zumindestens :)

mfg,
Stefan

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Re: Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #4 von rf1k_mjh11 » Mo 14. Sep 2015, 08:41

Stefan/Stefan baut Zeug,

Also geht es primär um das Hot End.

Ich war vor einem Jahr, oder so, auch wieder mal furchterlich frustriert über die Ergebnisse vom v0, v1 und v2 Hot End. Da habe ich im Internet nach Alternativen gestöbert. Ich stieß auf die Seite für den Pico. Beeindruckende Angaben: einteilig!, aus Voll-Niro-Material liebevoll gefräst, klein und zierlich. Den hatte ich dann auch aus Frust gleich bestellt. So wie ich die Bezahlungsformalitäten hinter mir hatte, stieß ich auf den Prometheus. Das wäre doch der Traum für experimentierwillige Bastler! Auch Ganz aus Metall, jedoch nicht einteilig, dafür aber in den Belangen der Übergangszone und Schmelzzone voll kongigurierbar. Da dachte ich, ich hätte den bestellen sollen.

Mit der Zeit kommt Reife (oft auch Fäule - beim Obst :zwinkern: ).

Inzwischen liegt der Pico beinahe ein Jahr mei mir 'rum und war noch nie im Einsatz. Zuerst hielt mich die Konstruktion der aktiven Lüftung auf, da im etwas beengten Raum die Unterbringung des Lüfters schwierig wurde (Eine 100% aktive Lüftung ist zwingend erforderlich!!). Inzwischen habe ich, glaube ich, die Lösung dafür. Dann hielt mich die Konstruktion und Fertigung des Adapters auf, da das Hot End kürzer als das Original ist und ich wolte, dass die Gesamthöhe in etwa gleich bleibt. Das ist mittlererweile auch erledigt (siehe Bild). Trotzdem gammelt das Ding noch immer hier 'rum. Der Grund? Einfach. Da ich inzwischen die meisten der Parameter so halbwegs zur Zufriedenheit hinbekommen habe, und der Druck annehmbar ist, habe ich einfach keinen Bock, tage- und wochenlang an den Parametern schrauben zu müssen weil das neue Hot End ganz andere Einstellungen verlangt.
Wie man also sieht, hat bei mir im Laufe der Zeit die Fäule gesiegt, ganz nach dem Spruch:
"Don't fuck with a running system!"

Leider kann ich also keine echten Erfahrungswerte abgeben, bloss einige Tips:
Bedenke nur, dass alle ganzmetall Hot Ends immer eine aktive Lüftung benötigen. Je gleichmässiger, desto besser. Schwankt der Kühlstrom, ändert sich die Performance des Hot Ends auch mit. Bei einer Einhausung steigt insgesamt die Temperatur des Hot Ends, ausser, man führt die Luft für den Lüfter von extern zu (kompliziert!!). Den Platzbedarf für den Lüfter berücksichtigen. Auch muss der Strom zugeleitet werden, was ein weiteres Kabel im Kabelschlepp verlangt.
Ganzmetall Hot Ends haben innen kein Teflon (nur Niro). Angeblich haftet heisses/warmes PLA recht gut auf Metall, was bei einer falsch eingestellten Übergangszone, Temperatur, Geschwindigkeit usw. zu Problemen bei der Förderung führen kann. Bei ABS besteht das Problem angeblich nicht so stark.

Vielleicht meldet sich noch ein Anderer, der echte Erfahrungen berichten kann.

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Re: Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #5 von Stefan baut Zeug » Mo 14. Sep 2015, 16:32

Danke für die Tipps.

Interessanterweise ist der v2 auf einmal wieder da (war in Ö schon ausverkauft). Sicherheitshalber hab ich einen bestellt, ich weiss ja nicht wie lange meiner noch will.

Annahme ich will genauer .. und detailierter werden.

Muss ich dann auf 1,75mm Filament?
Ist direct drive überhaupt noch brauchbar ? oder brauch ich was anderes?
Ok kleinere Düse klingt mal logisch :)

mfg,
Stefan

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Re: Bester Extruder ABS, PLA ?

Beitrag #6 von rf1k_mjh11 » Mo 14. Sep 2015, 20:41

Stefan/Stefan baut Zeug,

Düse
Eine kleinere Düse ermöglicht detailiertere Objekte, mit dem Nachteil einer deutlich verlängerten Druckdauer und einer noch empfindlicheren Einstellung der Parameter.
Die Druckdauer steigt zwangsläufig, da die maximale Schichthöhe (Layerhöhe) nie mehr als 80% des Düsendurchmessers betragen darf. Mit einer 0.5er Düse geht noch 0.4mm Layerhöhe, bei einer 0.3er Düse nur mehr 0.24mm als maximale Layerhöhe, wobei bei so einer Düse meist deulich niedrigere Höhen verwendet werden.
Der notwendige Druck im Extruder (Hot End) steigt auch mit einer kleineren Düse an, da das viskose Material durch eine feinere Bohrung gepresst werden muss. Der erhöhte Druck wirkt sich nachteilig auf das Antriebssystem - höhere Wahrscheinlichkeit übersprungener Schritte und eher Abrieb beim Rändelrad.
So lange man die Einstellungen hinbekommt und Geduld aufbringt, geht es mit der kleineren Düse schon. Ich habe schon einige Teile mit 0.3er Düsen gedruckt. Wichtig/kritisch ist besonders das erste Layer. Diese ist manchesmal nur 0.1 oder 0.12mm. Der kleinste Fehler und die Düse 'kratzt' am beheizten Bett.

1.75er Filament
Die Tendenz scheint in Richtung der 1.75er Filamente zu gehen. Manche Materialien lassen sich aber dann nur schwer drucken (Ninjaflex, zum Beispiel).
Vorteile: Durch den dünneren Durchmesser 'wehrt' sich das Material weniger, wenn es vom kreisförmigen Spulenzustand in die 'Gerade' gezwungen wird. Das Filament (PLA) bricht dann kaum mehr über Nacht von selbst (Link). Angeblich ist die Toleranz des Durchmessers genauer, was wiederrum in einer genaueren Fördermenge resultiert.
(Von mir) Vermuteter Vorteil: Insgesamt ist das Materialvolumen im Hot End geringer, dadurch verbleibt das Material weniger lang im Hot End und verursacht dadurch weniger skurrile Phänomene als Folge der Wärmeleitung, etc.
Ein eventueller Nachteil (meine Vermutung): Das Verhältniss Oberfläche zu Volumen ist größer beim 1.75er Material. Dadurch kann bei ABS mehr Feuchtigkeit in der selben Zeit aufgenommen werden, was als Nachteil angerechnet werden müsste, da Feuchtigkeit im ABS Filament Probleme bereitet..

Direct Drive
Manche 3D Drucker verwenden das Bowden-Prinzip (Rostock oder Delta-Drucker, usw.). Der Vorteil ist ein geringeres Gewicht des Druckkopfes, was erhöhte Verfahr-Geschwindigkeiten erlaubt. Das wird aber mit dem (meiner Meinung nach gravierenden) Nachteil der system-imanenten Hysterese erkauft.
Da ist Direct Drive die weitaus exaktere Methode des Filamenttransports. Am RF1000 ist einzig der Durchmesser des Ritzels vielleicht verbesserungswürdig. Wenn der effektive Durchmesser etwas kleiner wäre, würde es der Genauigkeit zugute kommen, besonders bei kleinen Düsendurchmessern. Man stösst hier aber schnell an die Grenzen. Und so wie man einen anderen Durchmesser verwendet, muss man den Extruder 'kalibrieren' und den ermittelten Wert in die Firmware übertragen. Auch eine Untersetzung mittels Zahnräder wäre Überlegenswert, verlangt aber auch eine Kalibrierung.

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