Slicer Probewürfel

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3dplaner
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Slicer Probewürfel

Beitrag #1 von 3dplaner » Mi 22. Jul 2015, 20:02

Hallo ich bitte schon wieder um Hilfe.
Nach dem Austausch der Kugelspindel und den erforderlichen Einstell- und Justier arbeiten alles bestens.
Nun bin ich wieder am drucken von Probewürfeln 20x20x20 mi 10mm Loch.
Im slicer werden die Ecken teilweise nicht geschlossen dargestellt. Dh. sie sind nicht wie die teilweise richtige Darstellung der Ecken
auf Gehrung.
Im Ausdruck sind sie dann geschlossen aber man erkennt beim genauen hinsehen Fehlstellen.
Was mache ich falsch. (PLA 2.8;Layer 0.1; Düse 0.4
Vielen Dank Helmut

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rf1k_mjh11
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Re: Slicer Probewürfel

Beitrag #2 von rf1k_mjh11 » Do 23. Jul 2015, 07:22

Helmut/3dplaner,


3dplaner hat geschrieben:Im slicer werden die Ecken teilweise nicht geschlossen dargestellt. Dh. sie sind nicht wie die teilweise richtige Darstellung der Ecken
auf Gehrung.
Im Ausdruck sind sie dann geschlossen aber man erkennt beim genauen hinsehen Fehlstellen.
Was mache ich falsch. (PLA 2.8;Layer 0.1; Düse 0.4


Die kurze Antwort:[indent] Wahrscheinlich nichts. Du siehst bloß Unzulänglichkeiten (der Darstellung) der Slicer-Software.[/indent]

Die längere Antwort:[indent]Die grafische 3D Darstellung in der Slicer Software (ich spreche allerdings nur aus Erfahrung bzgl. Slic3r), und vor allem jene in Repetier Host sind vereinfachte Darstellungen (Hier ein Beispiel der Vereinfachung).
Wie die jeweilige Software dann die 'Ecken' darstellt ist eine Folge der Programmierung. Gedanklich (und programmiertechnisch?) naheliegend ist eine saubere 'Gehrung' in den Ecken, wie du bemerkt hast. Die Wirklichkeit beim Druck sieht etwas anders aus.
Versuchen wir so eine Ecke in Gedanken nachzuvollziehen. Die Düse soll von Punkt 'A' nach 'B' fahren, 90° nach links abbiegen und nach 'C' fahren. Wir betrachten was in der Ecke bei 'B geschieht.
Genau bei 'B' bleibt die Düse ganz kurz stehen (Massenbeschleunigungskräften zufolge, usw.). Wäre unsere Raupe eine Leiste eines Bilderrahmens, käme hier die Gehrugssäge (und die Gehrungslade) zum Einsatz und wir würden einen 45° Schnitt machen. Dummerweise kann die Düse so was mit der Raupe nicht durchführen. Bei Punkt 'B' steht sogar ein Teil des Düsendurchmessers über diesen theoretischen Gehrungspunkt (und Gehrungslinie) hinaus. Beim Bilderrahmen würde dieser Teil abgeschnitten werden, bei der Raupe nicht. Es bleibt folglich etwas zuviel Material über.
Am Beginn der Weiterfahrt nach 'C' entsteht das selbe Problem, nur um die Gehrungslinie gespiegelt. Damit würde wieder zuviel Material an der Innenseite der 'Gehrung' abgelagert.
Je nach Slicer-Software wird dieses Dilemma anders abgearbeitet. Manch eine ignoriert es, andere verwenden mehr oder weniger ausgeklügelte Algorithmen um das überschüssige Material zu vermeiden. Ich bin aber kein Programmierer und weiss hier nichts genaueres.
Ein ähnliches Problem entsteht am Anfang und Ende jeder Raupe. Würde die Raupe im obigen Beispiel bei Punkt 'B' enden, würde ja der halbe Düsendurchmesser schon über dem Punkt 'B' hinausragen! Sollte eine neue Raupe bei 'C' anfangen (und nach 'D' gehen) steht auch dort der halbe Düsendurchmesser in eine falsche Richtung.
Auch hier werden programmtechnische Tricks eingesetzt um dem Problem zu begegnen, z.B. Raupe später anfangen lassen, oder früher aufhören lassen. Diese 'Tricks' wirken sich in Folge auf die 3D Darstellung auch aus.
Wenn im Fertigen Objekt dann auch Ungenauigkeiten auftreten, können diese eine Folge der Slicer-Unzulänglichkeiten, oder einer Einstellung sein. An der Software kann man schlecht rütteln, also kann man meist nur an den Einstellungen was ändern. Die Gefahr ist aber, dass man sich damit andere Probleme einhandelt - also gut überlegen und eventuell die kleinen Fehlstellen akzeptieren statt sich woanders Probleme holen.[/indent]

mjh11
Merke, am PC gibt es immer einen Weg!
Schafft es der Mensch, einmal etwas idiotensicher zu machen, kontert die Natur sofort mit einem besseren Idioten.


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