Anstieg der F-Digits während des Drucks

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riu
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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #11 von riu » So 17. Mai 2015, 09:41

georg-AW hat geschrieben:... Wer misst, misst bekanntlich Mist.


Ich dachte immer "wer viel misst, misst mist" :P

Gruß,
Udo

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georg-AW
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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #12 von georg-AW » So 17. Mai 2015, 14:05

Hallo wolfkarst

Die Geschichte mit den Dehnungsmesszellen ( Wägebalken , wie auch immer ) sehe ich ganz anders.
Pro Balken ist jeweils 1 Vollbrücke aufgeklebt, wovon eine Brückenhälfte quer zur Lastachse liegt und damit nur der Kompensation des Temperatureinflusses ( einer Brücke ) dient.
Die beiden Balkenvollbrücken sind elektrisch parallel geschaltet ( am Stecker ) . Die Ausgangsspannung der Brücken, proportional der Biegung ( der Kraft ) mit welcher gegen den Verbindungssteg gedrückt wird, wird in einem Gleichspannungsverstärker ( driftfreier Operationsverstärker INA333 ) verstärkt und dem Analog-Digitalwandler zugeführt. Er bringt die Verknüpfung mit der CPU.
Gespiesen wird der OP aus einer Referenzspannungsquelle REF2940 ( 4Volt ). Der OP und der ADS erhalten eine gemeinsame Referenzspannung von 2 Volt aus einer zweiten Referenzspannungsquelle REF2920.
In dieser gesamten Anordnung können nun mehrere Fehlerquellen auftreten.
Mechanisch: Die Messbalken können verspannt montiert sein. Ein Balken kann an einem der Schraubenköpfe anstehen.
Einer oder mehrere Dehnungsmesstreifen können sich bei einer gewissen Temperatur ablösen. Damit ist keine mechanische Koppelung mehr gegeben. Die elektrischen Werte ändern sich nicht mehr. Folge: Fehlanzeige.
Der linke Balken kann sich bei langer Betriebsdauer mehr erwärmen als der rechte. Die Temperaturkompensation innerhalb des gesamten Systems wäre dahin.
Elektrisch: Ein Teil oder mehrere Komponenten der DMS Schaltung auf dem Mainboard können sich stark erwärmen ( bei langer Druckdauer und fehlender Platinenkühlung ) und damit thermisch wie auch elektrisch wegdriften. Folge : falsche Anzeige des F-Wertes . Etc. Es sind da noch einige Fehlermöglichkeiten mehr. Es ist nicht so trivial wie mancher das so sieht.

ciao Georg

PS: Aus obigen Gründen traue ich deshalb einem statischen Scan nicht recht . Ein relativer Scan dessen Delta Werte nur für zb Minuten herangezogen werden ist für mich ok. Ich mache meine Scans immer mit der Tasteruhr welche ich am Quersteg der Messbalken montiert habe. Sie sind statisch und absolut sowie reproduzierbar. Danach wird die Platte selbst justiert ! Der Original RF1000 Standardscan ist danach immer top.

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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #13 von wolfkarst » So 17. Mai 2015, 14:51

Hallo Georg,
nette Betrachtung, wenn Du allerdings eine Energieflussanalyse machst, wirst Du feststellen, dass deine Idee nur so sein kann, wenn das untere Gehäuse hermetisch versiegelt ist. Bei mir ist auf jeden Falle der Boden ausgebaut und der Raum mit 20°C sehr konstant.
Sei es ... einen Gedanken ist es auf jeden Fall wert gewesen.

Ich habe gerade mal ein paar Fotos gemacht, wie das Filament bei der Reinigung aus der Düse / dem Extruder gezogen wird.
Druck mit PLA 1,75mm und 0,5mm Düse Dauer 28,5 Stunden Anfangskraft 400-800 Digits Endkraft 2500-3400 Digits ... Düse war fast neu (Hat vielleicht 48-60h Betriebszeit hinter sich) - Reinigung bei 180°C : ca. 1cm durch die Düse geschoben, dann den Rest zurückgezogen
Jede dieser Verkohlung erhöht natürlich den Gleitwiderstand des Filamentes im Extruder und damit auch den die Druckanzeige

Gruss Karsten
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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #14 von georg-AW » So 17. Mai 2015, 15:10

Hi

Derartige Verkohlungen habe ich nicht. Man würde diese sofort im Druck als schwarze Linien sehen. Ich verwende das hellblaue PLA Filament 3mm von RepRap oder Fabberworld. Allerdings fahre ich relativ tiefe Temperaturen. Zu Beginn mit 210°C danach mit 200°C.
Das im uralten Extruder V0 !!!, im V1 und in meiner Eigenkonstruktion Newtruder welcher etwas anders konstruiert ist.
Ich arbeite noch mit den alten Düsen ( Teflonbandabdichtung ), meist 0.5mm oder 0.4mm. Ca. 30-40 Drucke pro Woche.
Die Teile sind aber selten gross. Meist kleiner als 100x100x100 mm. Druckdauer selten länger als 6 Stunden.
Der Effekt mit den schwarzen Schlieren wegen verkohltem Filament ist mir aber bekannt. Tritt hier nur bei PLA Drucktemperaturen über 220°C auf.

ciao Georg

IBOR
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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #15 von IBOR » So 17. Mai 2015, 22:24

Ein Kabelbruch in Leitung "15" ist nicht ganz ausgeschlossen, war bei mir so. (gleichzeitig mit Bruch in L"19") Die Digits sind über 16000 angestiegen, bis der Drucker selbst pausiert hat
LG
Robert

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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #16 von shaddi » Mi 3. Jun 2015, 09:59

Mir ist das auch bereits aufgefallen und besonders schlimm wurde es, nachdem ich den original Ventilator durch einen grösseren ersetzt habe, der durch einen Luftkanal auf das Objekt bläst. Dadurch wurde der Extruder gar nicht mehr "belüftet". Drucke über einer Stunde waren dann nicht mehr möglich, weil sich das Filament komplett festgefressen hat.

Ich habe dann den original-Lüfter zusätzlich verbaut, der nun den kompletten Plastik-Teil vom extruder direkt anpustet. Seitdem ist das Phänomen komplett weg, die F-Werte ändern sich nur sehr wenig und ich kann problemlos sehr lange Drucke durchjagen..
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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #17 von rf1k_mjh11 » Mi 3. Jun 2015, 10:38

shaddi,

Deine Theorie könnte auch bei mir zutreffen. Ich habe ganz zu Anfang schon einen einfachen Luftkanal montiert, der das Hot End vollkommen von dem Luftstrahl 'verschont'.
Ich werde es auch mit auf die Liste der zu überprüfenden Ursachen schreiben. Wenn ich mehr Zeit habe, prüfe ich es auch. Jetzt, da der Sommer vor der Tür steht, die Gartenarbeit, usw. ruft, ist die Zeit knapper.

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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #18 von R3D3 » Mi 3. Jun 2015, 13:03

@shaddi & mjh11,
Interessant... aber ein Wenig "kontra-intuitiv"... für mein Gefühl müsste eine externe Kühlung auf die Düse eine (etwas) niedrigere Extrudertemperatur (mit) verursachen, wodurch man ein eher zäheres Filament erwartet, was sich nicht leichter sondern schwerer durch die Düse pressen lässt.
Oder geht die Vermutung eher dahin, dass mangels externe Kühlung durch Erhitzen der Außenseite des Extruders sich diese Wärme ganz nach oben bis in die obere Filamentaufnahme des Extruders ausbreitet, wodurch das Filament weniger fest wird und der Vortrieb an sich gestört wird?
Oder beides gleichzeitig, wobei der eine Effekt sticht?
:wundern:
Bei mir ist das Doppelkühlergehäuse bzw. dessen Luftauslaß gerade so ausgerichtet, dass die Extruder gerade so mitgekühlt werden, und ich habe das Problem noch nicht gehabt (Zufall oder Glück ;) ). (Schon das andere mit dem Verkohlen, aber nur bei PVA.)
Schönen Gruß - R3D3 :victory:

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- Dual Extruder; angepasste Einhausung; Boardkühlung,
- Dauerdruckplatte, Extrudermotorlüfter

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Re: Anstieg der F-Digits während des Drucks

Beitrag #19 von rf1k_mjh11 » Do 4. Jun 2015, 10:49

R3D3,

Ich kann noch nichts über die Ursache sagen. Habe wegen dem netten Wetter wenig Zeit fürs Experimentieren gehabt. Hier schnell meine Gedanken:


R3D3 hat geschrieben:Interessant... aber ein Wenig "kontra-intuitiv"... für mein Gefühl müsste eine externe Kühlung auf die Düse eine (etwas) niedrigere Extrudertemperatur (mit) verursachen, wodurch man ein eher zäheres Filament erwartet, was sich nicht leichter sondern schwerer durch die Düse pressen lässt. (Könnte stimmen, erklärt aber das verzögerte Ansteigen der F-Digits nicht. Der F-Wert müsste schon kurz nach dem Einschalten des Lüfters steigen)
Oder geht die Vermutung eher dahin, dass mangels externe Kühlung durch Erhitzen der Außenseite des Extruders sich diese Wärme ganz nach oben bis in die obere Filamentaufnahme des Extruders ausbreitet, wodurch das Filament weniger fest wird und der Vortrieb an sich gestört wird? Das ist meine (und shaddis ?) Vermutung - die Wärme wandert sehr hoch hinauf - die Übergangszone wächst und die reibung steigt.
Oder beides gleichzeitig, wobei der eine Effekt sticht? Vielleicht


Die Sache mit meiner Vermutung (siehe oben), versuchte ich durch eine Messung der Übergangszone zu bestätigen, was aber nicht gelang (oder zumindest nicht eindeutig genug.) Ich bin damals mit einer 0.3-er Düse gefahren bin, die von Haus aus höhere Drücke/F-Digits verlangt, Das könnte die Sache evtl. verschlimmern, da sich der 'Aufstauch'-Effekt in der Übergangszone dadurch verstärkt. Längere Aufstauchzone = mehr Widerstand, mehr Widerstand = mehr notwendiger Druck, mehr Druck = noch längere Aufstauchzone, usw., usw.

Ich habe ein paar kleine Reservelüfter. Die werde ich, wenn ich Zeit zum Experimentieren habe, auch einsetzen. Kühle ich den oberen Teil des Hot Ends (beim PEEK Isolator), kühle ich die Übergangszone (minimal) ab und verkleinere es. Vielleicht hilft es. Ein Versuch ist es wert.

mjh11
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