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Renkforce RF1000 mit wenig Druckbetthaftung

Verfasst: So 21. Jan 2024, 14:23
von cst
Hallo zusammen,

habe einen Renkforce RF1000 bei mir daheim.
Das Gerät funktioniert technisch einwandfrei. Aber auf dem Bett hält das Druckmaterial nciht.
Es wird immer ab einem gewissen Zeitpunkt mit der Düse mitgenommen und dann ist der Druck hin.

Entweder versuche ich, eine Magnetfolie und Metallplatte mit Beschichtung zu nehmen, um dem Problem Herr zu werden.
Oder ich verkauf ihn und ersetze ihn durch ein neues Modell.

Bestechend ist ja die Panzerschrankbauweise, das ist schon sehr gut. Aber er sollte eben auch vernünftig drucken.

Ersatzteile gibts wohl auch nicht mehr.
Ich hab die 3mm Druckextruder drin mit 0.4mm Düse.

Da wäre eine 1.75er wohl auch etwas besser wegen der feineren, möglichen Qualität.

Ich les mich mal durch

Grüsse Christoph aus dem Südwesten

Re: Renkforce RF1000 mit wenig Druckbetthaftung

Verfasst: So 21. Jan 2024, 15:58
von zero K
Hallo Christoph

Die Mechanik funktioniert scheinbar einwandfrei, nur haftet da Modell nicht bis zum Ende der Fertigstellung vollständig am Druckbett - bzw es verformt sich mit zunehmender Höhe. Wegen der soliden Bauweise dieses Gerätes würde für mich der Verkauf, wenn überhaupt noch machbar, an sehr weit hinterer Stelle stehen.

Der erste Angriffspunkt wäre dann auf die Qualität des Druckwerkstoffes zu schauen.
Angaben dazu und zur Beschaffenheit des Druckbetts wären nützlich.
Unterschätze auch nicht die passenden Parameter wie Temperatur, Layerhöhe und Geschwindigkeit.

Aktuell ziehe ich einen Sandwich aus Aluplatte, Magnetfolie und Stahlblech vor.
Das Stahlblech beklebe ich wahlweise mit Malerkrepp oder Polyimidfolie.

So lange das 3mm-Hotend seinen Dienst tut sehe ich keinen Grund für einen Umbau des Druckkopfes.
Die RFs sind nur in wenigen Bauteilen oder -gruppen auf Originalersatzteile angewiesen, daher sehe ich in diesem Punkt wirklich gar kein Problem.
Die Zahl der Anbieter von 3D-Druckzubehör ist nicht zu überschauen.

Gruß, zero K

Re: Renkforce RF1000 mit wenig Druckbetthaftung

Verfasst: So 21. Jan 2024, 16:23
von AtlonXP
Hallo cst,
willkommen hier im Forum.

Um dir weiter helfen zu können,
muss man erst einen Überblick haben, was an deinem RF1000 verändert wurde.
Wie meldet sich die Firmware, wenn du den Drucker einschaltest?
Zeige bitte hier ein Bild von deinem V2 Hot End.

Es gibt hier mehrere Posts, wo ich einem Anfänger den Weg gezeigt habe.

Hier ein Beispiel:
viewtopic.php?p=36986#p36986

Um eine ordentliche Haftung zu bekommen, ist zuerst die richtige Kalibrierung am Drucker erforderlich.
Anschließend spielt auch das Material und die Druckplatte eine Rolle.
Aber immer erst Eins nach dem Anderen.

LG AtlonXP

Re: Renkforce RF1000 mit wenig Druckbetthaftung

Verfasst: Mo 22. Jan 2024, 09:55
von mhier
Erstmal herzlich Willkommen bei uns im Forum!

Ich habe folgende pauschale Empfehlungen (ergänzend zu dem, was meine Vorredner schreiben, wenn ich was wiederhole, dann weil es besonders wichtig ist!):
  • Zu allererst musst du sicher stellen, dass der Abstand zwischen Bett und Düse im 1. Layer stimmt und dass die Extrusionsmenge (keine Über- bzw. Unter-Extrusion) stimmt. Wenn das nicht passt (ein paar Prozent Abweichung in Summe sind ok, > 10% definitiv nicht mehr), wird sich das Bauteil unweigerlich vom Bett lösen. Wenn du Abweichungen nicht vermeinden kannst, gehe eher zu einem zu niedrigen 1. Layer bzw. in Richtung Über-Extrusion, aber auch hier fangen irgendwann Probleme an, die erstaunlich ähnliche Symptome haben können.
  • Trockne dein Filament und halte es vor allem Trocken. Ist PLA zu "feucht", haftet es ebenfalls nicht am Bett, im Extremfall bleibt es gar nicht erst kleben. Ist PLA mal zu feucht geworden, verändert sich die Struktur dauerhaft und es hilft auch kein Trocknen mehr. Die übliche Luftfeuchtigkeit genügt hier, es ist nur eine Frage der Zeit! Ich empfehle die Aufbewahrung in luftdichten Boxen, in denen Silikagel-Kügelchen für Trockenheit sorgen (Silikagel regelmäßig im Backofen trocknen) und ein Luftfeuchtemesser (am besten von außen sichtbar) zur Überwachung platziert ist. (Das genügt aber nicht, um das Filament wieder trocken zu bekommen -> Leg die Spule auf das Heizbett, stülpe einen aufgeschnittenen FIlamentkarton drüber, stelle das Bett auf 50 Grad und lass das ein paar Stunden laufen -> bitte aber nicht unbeobachtet lassen, Karton kann brennen...)
  • Wenn die Ablösung erst spät einsetzt, kann zu geringe oder zu ungleichmäßige Bauteilkühlung der Grund sein.
  • Bei kleinen Bauteilen kann es nötig sein, einen Brim um das Bauteil herum zu drucken, damit die Fläche nicht zu gering ist.
  • Die Original-Oberfläche vom RF1000 (Keramik) ist nicht ideal, gerade für PLA nicht. Ich habe mir inzwischen eine Magnetfolie aufgeklebt und benutze i.d.R. ein strukturiertes PEI-Druckbett. Das kann ich nur jedem Empfehlen, aber Augen auf beim Kauf: Die Magnetfolien können oft keine hohen Temperaturen ab und verlieren dann ihre Haltekraft. Meine Folie kann (angeblich) bis 120 Grad, andere Hersteller geben deutlich niedrigere Temperaturen an. Wer billig kauft, kauft auch hier zweimal (oder gar noch öfter ;-)). Und aufgepasst: Schon regelmäßige Überschwinger beim Anheizen können theoretisch problematisch sein, also besser etwas von der maximalen Temperatur weg bleiben.
  • Wie von RF1000 angemerkt können auch Extruder-bzw. Hotend-Probleme beitragen. Achte darauf, dass die Digits nicht zu hoch werden und dass das Filament nicht durchrutscht.
  • Generell empfehle ich jedem vom v2-Hotend auf ein anderes Hotend zu wechseln, auch wenn das noch funktioniert. Insbesonderen empfehle ich den Wechsel auf ein 1.75mm Hotend. Der Wechsel zwischen den beiden Hotends dauert nicht sehr lange, so kann man ggf. noch altes Filament aufbrauchen, deshalb ist es ratsam, das gerade dann noch zu machen, wenn das alte Hotend noch tut. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das v2-Hotend den Geist aufgibt (wenn das nicht bereits schon der Fall ist).
So, das sollte dir erstmal zum Start helfen. Du wirst sicher zu den einzelnen Punkten Fragen haben, stell die bitte gerne hier (unter Angabe möglichst vieler Informationen über deinen Drucker, siehe AtlonXPs Post). Am Ende sind leider alle Punkte relevant und die Ursache könnte natürlich auch ganz woanders liegen.