Probleme mit Genauigkeit

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Meyblaubaer
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Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #1 von Meyblaubaer » Do 24. Dez 2015, 12:18

Guten Morgen,

wie bekannt habe ich nun auf den E3D-Direct mit DDP von MTPlus umgerüstet. Und die Teile werden einfach nur gut. Was mir aber weniger schmeckt, ist die Tatsache dass ich mit FW .48 das Problem habe, dass die Toleranzrn in X und Y Achse großzügige 0,5-0,9 mm betragen.

Ich habe mal versucht die Steps zu konfigurieren in der Configuration.h was aber ledeglich auf ein Offset hinauslief (wieso auch immer).

Nächste Kuriosität: Y Offset in der FW bringt mir eine X & Y Offset Verschiebung ein. Z ist dauerhaft 0,2 mm zu hoch (korrigiere ich nun immer im Slic3r mit dem Z Offset).

Aber mein Hauptproblem ist und bleibt, dass die Maßhaltigkeit in X und Y unter aller Kanone ist. Selbst mit Layer 0.1 ist da nichts zu machen. Z Maßhaltigkeit ist okay.

Nozzle-Diameter etc. sind bereits im Slic3r hinterlegt und selbst Wandungen und Innenmaße werden mit 0,05 mm (mit Messschieber gemessen) Toleranz in Ordnung. Nur Außenmaße versemmelt er hier komplett.

Würde um Hilfe bitten, konstruieren tue ich mit Autodesk Inventor 2016, in STL konvertiere ich mit höchster Auflösung.

Lg und ein frohes Weihnachtsfest:

Sven
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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #2 von riu » Do 24. Dez 2015, 12:57

Frohes Fest Sven.

Mit dem Slic3r habe ich leider wenig Erfahrungen. Ich nutze zu 90% S3D und dort kann man mit der Extrusion Width ein wenig spielen. Generell wurde das Thema aber schonmal behandelt. Es spielen einige Faktoren damit hinein.

Lieben Gruß,
Udo

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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #3 von Meyblaubaer » Do 24. Dez 2015, 13:29

Hallo Udo,

S3D nutze ich aktuell auch. Allerdings exportiere ich damit auf den Repetier-Server da ja eine direkte USB-Verbindung zu Fehlern führt (weshalb auch immer).

Aber auch dort ist zu beobachten, dass die Maßhalitgkeit unterschiedlich ist. Weiters Problem tritt auf, wenn ich z.B.: einen Hund mit Pfoten drucken möchte, dass er irgendwann anfängt die Pfoten mit zu ziehen.

Ich werde langsam aus dem Teil nicht mehr so schlau.

LG Sven
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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #4 von RAU » Do 24. Dez 2015, 14:16

Ich nehme die Frage mal zum Anlass für eine ausführlichere und allgemeiner gehaltene Antwort, weil das Themen sind, nach denen vermutlich öfters gesucht wird.

Es gibt da wirklich viele Einflussfaktoren. Bei der folgenden Übersicht habe ich echte Fehlfunktionen (Schrittverlust etc.) absichtlich außen vor gelassen:

1. Stepper-Konfiguration --> prozentualer Fehler (größerer Fehler bei größeren Modellen)
Das ist die richtige Einstellung:
#define XAXIS_STEPS_PER_MM long(4.761905 * (float)RF1000_MICRO_STEPS)
#define YAXIS_STEPS_PER_MM long(4.761905 * (float)RF1000_MICRO_STEPS)
#define ZAXIS_STEPS_PER_MM long(80 * (float)RF1000_MICRO_STEPS)
In der Firmware steht bei X/Y zwar 4.761875, aber der Unterschied spielt keine Rolle.
Die Zahl ergibt sich daraus, dass wir ein Antriebsritzel mit 14 Zähnen haben, einen Riemen mit 3mm pro Zahn und einen Motor mit 200 Steps pro Umdrehung. 200/(14*3)=4.7619047619 ;)
Die 80 bei Z sind genau richtig, da die Spindel 5mm Steigung hat. 200/5=80.

2. Mechanik, eigentlich nur die Riemen --> prozentualer Fehler + Streuung
Es wäre denkbar, dass der Riemen völlig überspannt und damit länger ist als gedacht. Ich weiß nicht in welcher Größenordnung hier ein Fehler möglich ist ohne dass sich der Drucker verbiegt, aber es ist eine theoretische Möglichkeit.
Bei einem zu lockeren Riemen wiederum gibt es Streuungen die davon abhängen, von welcher Richtung eine Position angefahren wurde. Einfacher Test: drucke einen großen Zylilnder und schau, ob er wirklich rund ist. Denn an den Umkehrpunkten der Schlitten ergeben sich Abflachungen die man gut erkennen kann. Das hatte wir hier im Forum mal als Fehlerbild.

3. Design Maßhaltigkeit --> alles ist möglich
Bei Autodesk würde ich eher keine Probleme erwarten. Um diese Fehlerquelle sicher auszuschließen könntest du mal ein Testobjekt mit einem anderen Tool erzeugen. (Können wir dir auch einfach mal zuschicken.)

4. Slicer --> alles ist möglich
Bei einer 0.5mm Düse sollte die Extrusionsbreite etwa bei 0.6mm liegen. Damit die entsprechende Breite auch wirklich gelingt muss noch der Filamentdurchmesser und der Extrusion Multiplier richtig gesetzt sein. Das Filament misst man mit dem Messschieber, und stellt dann den Extrusion Multiplier mit Versuchen ein. Dazu kann man ein Objekt mit nur einem Perimeter, ohne filling und ohne Top- und Bodenlayern drucken. D.h. man bekommt nur eine einlagige Außenwand, die man wieder mit dem Messschieber nachmessen kann.
Wenn das OK ist, gibt es noch Einstellungen, die zur Überlappung von Bahnen führen können und ggf. die Außenhülle herausdrücken. Ich kann hier jetzt nur für S3D sprechen, aber du findest die Parameter sicher in deinem Slicer. Bei S3D kann man das Filling mit den Parametern überlappen lassen, und man kann eine Überlappung bei Dünnen Wänden explizit erlauben.
Nicht zuletzt gibt es natürlich auch Scaling Parameter für eine gewollte Größenänderung.

5. Material (z.B. Schrumpfung) --> prozentualer Fehler
Selbsterkärend.
Folgender Versuch ermmittelt Fehler unter Ausschluss von Schrumpfung:
Man druckt zwei dünne Teile mit größerem Abstand auf die Platte und misst den Abstand, also bevor man sie abgelöst hat ;)
Eine Idee wäre auch den Innen- und Außenabstand separat zu messen und den Mittelwert zu nehmen.

Und dann gibt es natürlich auch noch die Fehlerquellen, die ich alle vergessen habe... :)

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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #5 von RAU » Fr 25. Dez 2015, 01:17

Puh, es hat wohl noch niemand bemerkt. Ich habe zur Z-Achse geschrieben: 200/5=80. Adam Riese würde mich versohlen. Aber ich habe nur vergessen, die Übersetzung wegen der unterschiedlichen Ritzelgrößen mit aufzuführen. Also: der Motor für die Z-Achse hat ein Ritzel mit 14 Zähnen, die Spindeln haben Ritzel mit 28 Zähnen. Man bekommt eine Untersetzung um den Faktor Zwei, also man braucht zwei mal so viele Steps für eine bestimmte Strecke. Das ist genau das, was in der Berechnung fehlte, richtig heißt es also: 200/5 * 2=80
Es bleibt bei 80 full steps/mm in der Z-Achse, wie es ja auch in der FW seit je her steht.

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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #6 von Meyblaubaer » Fr 25. Dez 2015, 10:49

Zu 1:
Gemessene Strecken bzw. Steps waren: Y-Achse: 4,49233; X-Achse: 4,2140486 gemessen indem ich den Extruder um 10 mm verfahren habe und dann den tatsächlichen Verfahrweg gemessen habe. Einfache 3 Satz-Rechnung danach und das waren die Ergebnisse.
Zu 2:
Riemen wurden nochmal nachgespannt, nachdem aus einem Kreis ein Ei wurde. Aber dies ist mittlerweile behoben. Kreise werden auch Kreise.
Zu 3:
Folgende Studentensoftware nutze ich ja: Siemens SolidEdge, Autodesk Inventor und Freeware SketchUp. Selbes Modell nachgezeichnet mit selbigen Maßen, überall die selbigen Abweichungen.
Zu 4:
Müsste ich nochmals genauer anschauen, will ich als Fehlerquelle aber nicht ausschließen.
Zu 5:
Materialschrumpfung war bisher vernachlässigbar. Dabei wurden auch verschiedene Filamente benutzt (Filamentworld, eSun, Pulox, GermanRepRap) und überall die selben Fehler.

Da auch das mit den Steppings und dem benötigten Y-Offset für den E3D nicht so klappt, habe ich immer mehr die Vermutung irgendwas stimmt mit der FW nicht. Tippe ich ein Y-Offset ein macht er mir daraus ein X+Y Offset. Wieso auch immer.

LG
Sven
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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #7 von RAU » Fr 25. Dez 2015, 12:39

Wie gesagt, dass war eine eher allgemeine Zusammenfassung, was alles so die Maße beeinflusst. Du hattest ja schon einiges ausgeschlossen.

Was du auf jeden Fall nicht machen solltest, ist die Schritte pro mm zu verstellen. Das ist wie beschrieben mechanisch vorgegeben. Die Ursache muss woanders liegen. Wenn du diese Einstellung änderst verdeckst du nur das eigentliche Problem.

Wenn du also mit direkter Tasten- oder G-Codesteuerung um 10mm verfährst und der Drucker macht das nicht exakt so, dann stimmt etwas nicht, und wir können Slicer, Schrumpfung etc. erst mal vergessen.

Ich würde jetzt erstmal die FW wider auf den Originalzustand zurücksetzen. Vielleicht machst du mal nur die folgende Änderung in Configuration.h:

Code: Alles auswählen

#define EEPROM_MODE   0

Damit stellst du sicher, dass der Drucker auch das tut, was du hochlädst, und nicht irgendwelche (möglicherweise verstellten) EEPROM-Werte benutzt.

Dann solltest du nochmal nachmessen. Also direkt per Tasten/GCode fahren und messen. Unbedingt auch verschiedene und größere Strecken probieren.

Erst wenn das in Ordnung ist, ergibt es überhaupt Sinn woanders weiter zu suchen, aber dann ist das Problem hoffentlich ohnehin verschwunden. Was du genau damit meinst, dass du einen Y-Offset vorgibst, habe ich noch nicht verstanden.

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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #8 von Meyblaubaer » Fr 25. Dez 2015, 12:47

Generell habe ich ja kommentiert was ich geändert hatte und die Originalwerte wiederhergestellt ;)
Nachdem ich merkte, dass dies keine Besserung brachte, setzte ich wieder die Originalen Steps ein, die ich in den Kommentaren hinterlegt hatte.

Allerdings ist es leider nach wie vor so, dass bei meinem Testteil (Test_Hochhaus) es nach wie vor zu ungenauigkeiten kommt. Ich hänge die betreffenden STL mal hier an.

Test_HochHaus.stl

Test_HochHaus_hoch.stl

Test_HochHaus_hoch_detailliert.stl
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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #9 von RAU » Fr 25. Dez 2015, 13:39

Und es ist auch nach wie vor so, dass du beim Verfahren mit den Tasten nicht die vorgegebene Strecke messen kannst? Das muss ja zuerst mal stimmen.

Vielleicht stimmt da tatsächlich etwas mit den EEPROM-Werten nicht. Wenn der EEPROM_MODE ungleich 0 ist, benutzt der Drucker viele Werte aus dem EEPROM, auch wenn gerade eine FW mit anderen Werten aufgespielt wurde. Das könnte auch deine Versuche zuniichte gemacht haben. Du kannst daher den Mode auf 0 setzten, dann nimmt der Drucker immer die Werte aus dem Programmcode.
Alternativ - um nicht nur dafür eine Version hochladen zu müssen - kannst du folgende G-Codes ausführen:
M502 // holt Variableninhalte aus Configuration.h
M500 // speichert aktuelle Werte ins EEPROM (fürs nächste mal)

Edit: ich bestätige, dass die Modelle in meinen Slicer soweit ich sehen kann 50mm Außenmaße haben, habe aber nicht damit gedruckt (der Drucker läuft gerade). Btw: Das Dach dürfte nicht druckbar sein, es sei denn du schaffst 50mm Brücken, das wäre nicht schlecht. Wenn das Dach auch innen spitz zuginge wäre das Problem gelöst und du hättest viel Material gespart.

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Re: Probleme mit Genauigkeit

Beitrag #10 von Meyblaubaer » Fr 25. Dez 2015, 13:50

Dies muss ich nochmal testen, was aber dauern kann. Drucke gerade einen weißen Wau-Wau wo es nicht auf die Maßhaltigkeit ankommt.

EEPROM habe ich schon deaktiviert wo ich Änderungen in der configuration.h gemacht hatte, damit ich da auch besser testen kann und der EEPROM mir nicht dazwischen funkt.

Sobald ich das mit den Tasten aber getestet und gemessen habe, werde ich Feedback geben ;)

Edit: Beim Drucken ist das Dach nicht eingefallen. Heißt er hat die Brücken sauber gemacht, was mich selber gewundert hatte. Nur die Spitze bekommt er nicht ganz so hin wie gewünscht ;)
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