Einstellungen Slicer für euren RF500

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stefan85
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Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #1 von stefan85 » Di 12. Dez 2017, 18:53

Hallo,

ich habe leider ein kleines Problem be PLA, welches ich noch nicht in den Griff bekommen habe. Ich habe mit "Extrusion Multiplier = 1" eine sehr saubere geschlossene Oberfläche, aber meine Wände sind zu dick. Die minimale Dicke beträgt ca. 0,5mm bei 0,4mm angegeben. Wenn ich mit dem "Extrusion Multiplier" runtergehe, dann habe ich die korrekte Wandstärke, aber dafür sehr deuliche "under extrusion", d.h. Lücken im Vollmaterial.

Ich drucke aktuell bei 230° First Layer und 215° generell. Da ich auch die "Retraction - Werte" noch nicht optimal hinbekomme, frage ich mich, ob ich evt. zu heiß drucke.

Vielleicht können wir hier meinen Setup-Austausch für den RF500 machen. Natürlich nur für 1,75mm PLA (möglichst ohne Sonderformen).

Te=230/215 (Düse)
Tb=80/70 (Bett)
t=0,65/0,4 (dicke: first layer / generell)
h=0,35/0,2 (höhe: first layer / generell)
EM = 1 (Extrusion Multiplier)
Retraction (8mm / 60mm/s)

Ich denke das sind erstmal die Standardwerte. Mein Ergebnis ist optisch gut, aber nicht maßhaltig insbesondere bei Innendurchmessern zu klein. Außerdem starkes Nachlaufen (oozing).

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #2 von sk4477 » Sa 16. Dez 2017, 07:32

Die Bett Temperatur erscheint mir deutlich zu hoch. Damit liegst Du vermutlich über der GlasTransitionTemp für PLA, wenn tatsächlich alles ankommt. Ich drucke die meisten PLAs mit Düse um 205, Bett 60 (aber paar Minuten warten, bis es wirklich warm ist).

Was Du mit t meinst erschließt sich mit leider nicht.

Retraction habe ich aktuell auf 4,5mm bei 40mm/ms

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #3 von Digibike » Sa 16. Dez 2017, 09:03

Hi!

Ich habe zwar keinen RF500, aber kann es sein, dass du @Stefan85 Extrusion Width mit T meinst? Ich vermute, du erhöhst diese so extrem, um die Haftung durch Anpressung infolge von überextrusion im ersten Layer zu erreichen, oder? Ist eine Möglichkeit, aber eigentlich sollte man
nicht so extrem variieren... Du scheinst eine 0,4er Düse zu haben, oder? Da wird im weiteren Verlauf viel zu wenig gefördert, vermute ich.
Hast du schonmal gemessen, wie dick der Faden ist, wenn du Ihn Frei in den Raum extruieren läßt? Erkaltet mit Messschieber messen. Vermute mal sowas um 0,45 bis 0,46 mm dürftest du da raus bekommen. Diesen Wert brauchst du bei t, wenn das Extrusion Width sein sollte. Dann solltest du mit EM runter gehen müssen.
Was kannst du zwischen Layer 1 und dem Rest variieren? T anscheinend. Aber 0,4 dürfte viel zu klein sein und 0,65 viel zu groß, da bist ja 0,2 mm drüber über dem was die Düse vermutlich tatsächlich hat. Mehr wie 10% würde ich bei ersten Layer nicht drüber gehen, meist sind es 3-5%. Aber damit mußt deinen EM deutlich reduzieren. Momentan vermute ich, du versuchst nach dem Motto Viel hilft viel sehr viel Material durch eine Düse zu pressen und bemerkst, dass da Haftung und Flächenschließung am Boden gut funktioniert, oder? Damit erkaufst dir aber a) im ersten Layer einen Klumpfuß (Material quillt hervor - vor allem an den Ecken) und b) eben in den höheren Layern die Maßlichen Probleme, weil korekturen an der Düse im Hunderstelbereich mm ja eigentlich sind, während dein Multipler (EM) im Prozentbereich ist. Damit das korrigieren ist eigentlich nicht Sinn des EM´s und ´ne schöne Rechnerei/Experimentiererei, die du dann bei jedem Materialwechsel auf´s neue hast...
Wäre mein Gedanke zu dem ganzen.

Zu den Temperaturen muß ich SK4477 recht geben. Für normales PLA scheinen die mir viel zu hoch, genau wie die Temperatur vom 1.ten Layer an der obersten Möglichkeit zu sein scheint, oder? Du versuchst da wohl ein deutliches Haftungsproblem mittels Massigem Materialeinsatz zu kompensieren, kann das sein? Stimmt dein Düsenabstand den auch Tatsächlich mit der eingestellten Layerhöhe für den ersten Layer überein? Oder hast da 5 hunderstel drüber? Am besten mal Material raus und 10 min. heizen lassen (damit hast i.dr. recht konstant den Abstand, weil keine bzw. kaum mehr Nachlängung passiert, was aber sehr wohl passiert, wenn du direkt den Druck startest... Aber Vorsicht! Mit Material geladen die Düse erst die letzten 2-3 min. zuheizen - sonst verkocht der Kunststoff in der Düse...) und dann den Druck starten und mit Blattlehre messen (hat er Pausefunktion ohne Absenken? Wenn ja ist es ja easy...). Papier oder sowas wäre mir zu ungenau... Bei PLA brauchst normal max. 60 Grad, wenn überhaupt.70 bis 80Grad hält es ja fast schon Gelartig... Die 230 Grad Düsentemperatur brauchst vermutlich, weil du eben versuchst, durch eine 0,45 mm Düse Material für eine 0,6er Düse zu pressen, oder? ;) Da mußt schon aufpassen, dass nichts verkocht/verkokelt, wenn es seitlich an der Wand in der Düse anhaftet. Wenn das passiert, ist ein verstopfen der Düse nämlich nicht mehr weit, sobald sich das löst...

Gruß, Christian
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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #4 von stefan85 » Fr 22. Dez 2017, 23:16

Te=230/205 (Düse)
Tb=80/70 (Bett)
t="225%"/0,4 (dicke: first layer / generell)
h=0,35/0,2 (höhe: first layer / generell)
EM = 0,85 (Extrusion Multiplier)
Retraction (7mm / 100mm/s)


Hallo zusammen,

danke für eure Infos. Der Grund warum die Betttemperatur so hoch eingestellt ist, ist die Temperatur die tatsächlich an der Oberfläche im Dauerbetrieb ankommt. Ich habe ein Delta von ca. 15° bei 80 "Soll-Temp". D.h. ich habe eigentlich "65/55". Die Aluplatte ist halt recht dick und die Heizspiralen und der Fühler liegen darunter.

Oben habe ich mal die Änderungen zur letzten Einstellung aufgeführt. Die Einstellungen sind teilweise von den Vorgaben von Conrad abgeleitet. Z.b. die "230° Starttemperatur. Mit einer geringeren Temperatur hatte ich keine guten Erfahrungen gemacht.

First-Layer-Dicke habe ich nun sehr hoch eingestellt. Damit kriege ich eine sehr gute Anbindung. Ein Überquillen oder Elefantenfuss sehe ich nicht. Bei zu kleinen Werten kriege ich keine Anbindung.

Z-Höhe ist ca. 0,1mm. Ich muss aktuell noch einen Z-Offset von -0,3mm einstellen. Real habe ich also 0,1+0,35-0,3=0,15mm. Alles andere bindet nicht gut an.

So ganz optimal ist es nicht. Der Z-Offset führt dazu, dass die Bauteile gernerell 0,3mm in Z-Richtung zu klein werden. Ich brauche aber "first-layer-high" 0,35, da er sonst viel zu wenig Material fördert. :oops:

Ich bin gerade etwas am umbauen. Beleuchtung, Achsenverstärkungen usw. Mal schauen wie es weiter geht.

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #5 von Digibike » Sa 23. Dez 2017, 00:10

Hi!

Hast du mal versucht, 10 min. das Druckbett vorzuheizen, bevor du mit dem Druck anfängst? Dann verteilt sich die Temperatur gleichmäßig und du dürftest deutlich Richtung 60 Grad dich bewegen. Leider scheinen da ein paar Sachen nicht zu stimmen und du solltest Schritt für Schritt Optimieren, sonst verzettelst du dich. Wie gesagt, der Abstand Düse zum Bett verändert sich etwas durch Nachlängung. Wenn ich mich recht entsinne, haben Nibbels und Wessix auf dem RF1000 und RF2000 da mal Versuche gefahren und gegen Ende des Ersten Layers (großflächiges Teil langsam gedruckt) über 0,1 mm Reduzierung des Abstands nachmessen können - Eben die Wärmebedingte Ausdehnung die nach und Nach sich Auswirkt. Ich hatte das nur anfangs (2014) beobachtet, aber durch meinen Workflow spielt das bei mir keine Rolle - ich schalte immer den Drucker ein und heize das Bett auf Solltemperatur, dann starte ich meinen Rechner, Lade die gewünschten Modelle, mache das Feintuning, heize die Düse/Düsen auf Temperatur, generiere den Gcode und speicher Ihn. Dann in den Drucker und alles ist gut auf Temperatur "geköchelt" und es ändert sich nichts mehr großartig. Klar, eleganter ist gleich loslegen, aber damit gehen dann meist auch die Probleme los bezüglich Haftung und Underextrusion, weil irgendwann nichts mehr raus kommt, weils zu eng wird. Oder am Anfang ist der Abstand so groß, dass die Raupe einfach übers Bett gezogen wird, bis es dann irgendwann irgendwo doch - meist als "Knubbel" zum liegen kommt...

Mit den 230 Grad liegst du vermutlich (weiß nicht, welches Material zu gerade verwendest) am oberen Bereich, oder? Wie gesagt, ich sehe ja nicht, was der Drucker bei dir macht, aber für mich klingt das nach unbewußten Kaschieren der beiden Probleme, mit dem Problem das sich das über den restlichen Druck auswirkt. Vielleicht solltest du erstmal ein paar Testwürfel drucken und dich an die Grundprobleme Haftung, Temperatur und Abstand herantasten? Wenn das alles sauber im 1.ten Layer paßt, wird es auch viel entspannter mit den weiteren Parametern zum Ziel zu kommen...

Gruß, Christian
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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #6 von Jürgen Franz » Mo 4. Mai 2020, 17:20

Könnt Ihr einem Laien erklären, was ein Z-Offset von -0,3 mm bewirkt?
Ich habe mit einem neuen RF500 auch Probleme mit der ersten Schicht, die einigermaßen haftet, aber
sehr unregelmäßig ist. Ich verwende die bei Conrad erhältliche Haftfolie für beheizbares Druckbett und
heize das Druckbett auf ca. 65 Grad auf - tatsächlich ist es auf der Haftfolie nicht so warm.

Die Haftfolie ist recht dick, ich habe die Druckplatte danach so justiert, dass zwischen Düse und Haftfolie
ca. 0,2mm sind und drucke mit 0,2mm (hoffe ich jedenfalls).

Als Slicer verwende ich das für den RF500 vorgeschlagene Slic3r mit einer etwas angepassten Einstellung,
die von RF500_PLA175_200_04 abgeleitet ist aber mit 100% Füllgrad, denn ich will unten eigentlich eine
ebene Fläche erreichen. Das Ergebnis sieht aber noch so aus, wie im Foto in der Anlage.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
J.F.

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #7 von Digibike » Mo 4. Mai 2020, 19:07

Sieht mir sehr nach zu großem Abstand aus. Eigentlich sollte der Offset sagen, dass du über den "Nullpunkt" also Z-Schalter hinaus 0,3 mm ins Bett fahren sollst. Mit dem Offset kannst du im Prinzip (in begrenztem Umfang) auch den Anpressdruck beeinflussen, da der Offset eine rein mechanische Verschiebung der Punkte ist, aber keine Änderungen der Materialberechnungen zur Folge hat. Anders ausgedrückt: Die Menge ändert sich nicht, die gefördert wird, aber der Abstand bzw. bei X und Y die Position zur tatsächlichen Schaltposition. Allerdings ist das extrem - da würde ich vermuten, dass dein Schalter verstellt ist (?). Deine einzelnen Extruderraupen sind einzeln und nicht als Fläche erkennbar. Die werden also komplett nicht "gequetscht". Wenn du ein Plätchen mit exakt einer Layerschicht druckst, was für eine Stärke hat es dann? Du druckst mit 0,2er Layer, also müßte da auch 0,2 mm stärke bei dem Plätchen raus kommen. Vermutlich kommt aber bei dir was viel höheres aus. Eben weil jeglicher Anpreßdruck fehlt. Ich kenne jetzt den RF500 nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Schalter soweit überfahren werden soll?! Da kann aber jemand mit RF500 vielleicht genaueres sagen.
Jedenfalls legst du momentan ganz behutsam die einzelnen Bahnen auf dem Druckbett ab. Da die Düsenöffnung rund ist, kommen Sie entsprechend auch als rundliche "Stäbchen" aus der Düse auf das Druckbett. Damit haben Sie weder Verbindung mit dem Druckbett noch wirklich untereinander.
Das solltest du als erste mal korrigieren. Dann wird das Problem Haftung und Bodenfläche besser werden...

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #8 von Deafspock » Di 5. Mai 2020, 08:20

Hallo Jürgen Franz,

die Haftfolie von Conrad ist nur für unbeheiztes Druckbett geeignet!
Sie ist wirklich eine Temperaturisolation des Heizbetts. Das Filament haftet dort sehr schlecht.

Am besten die Folie runter und blaues Malerkrepp drauf. Oder Kaptonband.
Bei mir Filaprint, recht teuer, aber seit 2 Jahre super.

Hast du das Bettlevel in kaltem oder heißem Zustand justiert?

LG Deafspock
RF500-Bausatz, diverse Modifikationen/Verbesserungen + Heizbett-Kit, FW 1.1.9 deutsch, Titan Extruder Clone als DirectDrive an V3 Hotend, RaspiB3+ Octoprint mit RaspiCam NoIr, alles eingebaut im IKEA Schrank (Platsa) mit WS2812b

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Re: Einstellungen Slicer für euren RF500

Beitrag #9 von Jürgen Franz » So 10. Mai 2020, 19:14

Ich habe das Bettlevel im warmen Zustand justiert und habe eigentlich kein Problem mit der Haftung.
Vielleicht ist mein Abstand wirklich zu hoch oder das Druckbett wandert beim RF500 beim Start des Drucks durch slic3r etwas nach unten.
Gemäß Bedienungsanleitung zum RF500 soll man einen Abstand von 0.3 einstellen - ich hoffe 0.2 eingestellt zu haben, war
aber etwas vorsichtig beim Messen - vielleicht sind es doch 0.3, aber mehr auf keinen Fall.
Angelehnt an den Vorschlag von @stephan85 habe ich nun die "Extrusion width" für den First Layer auf 0.5 gesetzt
und bekomme nun eine deutlich glattere erste Schicht.
J.F.


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