Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF2000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
Rentier
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Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #1 von Rentier » Mi 16. Sep 2020, 19:15

Moin zusammen,
ich habe meinen RF2000v2 Dual zwar erst wenige Monate, aber schon einiges ausprobieren können. Im Juli habe ich das Gerät zurückgeschickt an Conrad, da beim Drucken mit dem Filament Wood Compound aus dem Sample Pack nach ca. 3 bis 3,5 Stunden (geschätzt, während meiner Abwesenheit) keine Extrusion mehr erfolgte und mir eine Reinigung nicht gelungen ist. Lt. Conrad hat man das Gerät lediglich gereinigt und diverse Tests mit positivem Ergebnis vorgenommen. Nach Rückkehr des Druckers habe ich mittlerweile ebenfalls wieder diverse Drucke und Tests mit PLA vorgenommen mit ebenfalls positivem Ergebnis. Bis dann mein neuer Test mit dem Filament Wood Compound (dieses Mal auf Rolle 1,0 kg) heute nachmittag erfolgte mit den Einstellungen von PLA (210° linker Extruder, Heizbett 55°) und Simplify3D als Software. Nach ca. 2 bis 2,5 Stunden wieder das gleiche Ergebnis: ein sehr positives Aussehen bis dahin, aber es erfolgt keine Extrusion mehr. Sämtliche Reinigungsversuche Mit "Unload/Load", Aufheizen mit vor/zurück u. ä. helfen nicht: es wird nichts mehr extrudiert, weder das normale PLA noch das Wood Compound, die Düse scheint komplett "dicht". Beim Aufheizen kann ich ab 245° etwas Wood Compoung (sehr geringe Menge) von der Düse abwischen.
Frage: was kann ich machen bzw. welche Ursache kann das Problem haben?
Vielen Dank für Eure Hilfe.

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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #2 von Digibike » Mi 16. Sep 2020, 19:25

Wie immer, helfen Details zum Gerät deutlich weiter. Ich tippe jetzt einfach mal inn´s Blaue: Du hast einen RF2000 mit Standarddüsen und hast WoodFilament gekauft und dieses Gedruckt. Das geht schief. Warum? Schau mal, wie groß deine Schnipsel sind und überlege, was passiert, wenn sich da ein paar Quer stellen... Genau das: Düse geht Dicht. Unter einer 0,6er Düse solltest du das gar nicht probieren. Du hast aber vermutlich die Standard-Düse (0,5) montiert, richtig? 0,6 ist schon mit sehr viel bedacht zu nutzen. Pflegeleichter ist 0,8. Also, für feine Konturen ist das Filament weniger gedacht. Es geht mehr um die Holzoptik bei dem Material. Kannst ja von Hand nachbearbeiten, aber Drucktechnisch sind da Grenzen gesetzt.
Lieg ich mit meiner Vermutung bezüglich deiner Konfiguration des Druckers richtig? Deine Düse wirst einige Hotpulls machen müssen und einen feinen Draht in passender Stärke besorgen. Wenn du Material heraus bekommst, könntest es so raus bekommen, aber im Zweifel wirst mit dem Draht etwas nachhelfen müssen...

Gruß, Christian
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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #3 von nikibalboa » Mi 16. Sep 2020, 20:07

Ich hatte das gleiche Problem, nach 500gramm und einer 0.4 Düse im E3dv6. Ich musste die Düse runter und reinigen. Die Düse dürfte Müll sein da sich die Späne eingebrannt haben. Mit der 0.8er konnte ich keine brauchbare Qualität drucken, wird aber natürlich an den Einstellungen gescheitert sein.

Ich habe dann noch eine ganze Spule mit einer XT beschichteten Düse durch gejagt, ohne Probleme.

Bei Compounds spielt die Düse eine große Rolle würde ich mal sagen.

Lg nikibalboa
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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #4 von Rentier » Mi 16. Sep 2020, 20:21

Moin Digibike, vielen Dank für Deine schnelle Antwort, sie hilft mir schon deutlich weiter. Natürlich habe ich den Standard, natürlich kenne ich mich mit der Zusammensetzung dieses Filaments nicht aus, natürlich glaube ich beim Kauf eines Sample Packs, dass die Filamente gleich oder ähnlich zu behandeln sind! Wäre ja auch zu schön, wenn alles kundenorientiert angeboten wird!
Soweit zu meinem Frust. Nun zum praktischen: Der Begriff "Hotpull" sagt mir nun einmal gar nichts, bitte hilf. Ebenfalls bite ich Dich um etwas mehr Praxistipps zum Thema Draht (Wo, wie u. ä.).
Zum Grundthema der Filamente: wo finde ich spezifische/genauere Informationen zur Zusammensetzung und den Besonderheiten der diversen Filamente, z. B. die Begriffe "Compound" oder "Pro"?
Ergänzend zu nikibalbao: Was meinst Du mit "Ich habe dann noch eine ganze Spule mit einer XT beschichteten Düse durch gejagt, ohne Probleme."?

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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #5 von nikibalboa » Mi 16. Sep 2020, 20:46

Die Düse ist beschichtet und das veringert die Reibung und Ablagerungen in der Düse. Sie ist mit 35€ nicht ganz billig.

Habe gerade gesehen das es eine nozzle x ist.

Lg nikibalboa
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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #6 von Digibike » Mi 16. Sep 2020, 21:09

Hi,

Tja, das ist die Krux beim 3D Druck... Nicht alles geht mit jeder Konfiguration. Meist wird sogar darauf hingewiesen - leider nicht von allen Herstellern...
Du kannst Düsen Beschichten lassen. Das reduziert die Tendenz, dass an den Düsen etwas anhaftet, enorm. Ich habe z.b. mit Ihm recht gute Erfahrungen gemacht. Allerdings hat die Beschichtung auch negative Einflüsse - Probleme mit Oozing werden aufgrund der reduzierten Reibung nicht unbedingt kleiner. Wird also etwas mehr Feintuning erforderlich, um bei Leerfahrten kein "Geklecker" rein zu bekommen...
Aber bezüglich Kundenorientiert: Du kaufst doch mit den Samples unterschiedliche Materialien mit differenzierten Eigenschaften. Wie kommst du dann darauf, dass die auch gleich oder ähnlich zu händeln sind, wenn du unterschiedliche Eigenschaften erwartest/bekommst? Aber bei Conrad müßtest Online doch das Technische Merkblatt u.ä. zum Download zur Verfügung stehen, oder nicht? Oder was meinst du damit?
Was hat es mit dem Hotpull auf sich? Eigentlich simpel. PLA ist bei 85 Grad extrem Klebrig. Ich entfern dazu das Filament aus dem Drucker. Dann heize ich das Hotend für 2-3 Minuten auf die max. Temperatur des letzten Filaments. Nun führe ich das PLA ein und drücke es in die Schmelzkammer, bis es optimalerweise zur Düse anfängt raus zu pressen. Dann den Druck auf dem Filament halten und die Temperatur auf 85 Grad runter stellen. Den Druck auf dem Filament halten, bis min. die Temperatur auf 160 Grad abgesackt ist. Sobald Sie bei 85 Grad ist, mit einem Ruck das PLA wieder raus ziehen aus dem Hotend. Es sollte da jede Menge Dreck dran kleben. Dies funktioniert aber nicht über den Drucker selbst! Unter 160 Grad schaltet die FW nämlich aus Sicherheitsgründen ab. Du mußt also das Manuell machen - Filament entlasten am Stepper, damit du manuell ziehen und schieben kannst...
Das wirst du 2-3 mal wiederholen müssen, bis die Spitze des PLA sauber wieder heraus kommt. Damit hast den Druck aus der Innenwand und mit etwas Glück auch das vor und in der Düsenbohrung raus.
Draht gibt es in sehr feinen Stärken. Es gibt auch Bohrer in den Düsengrößen. Aber die haben 2 Nachteile: 1.)
Sie haben eine Schneidekante, die sich auf den Düsendurchmesser etwas auswirkt, zumindest mit der Zeit...
2.) Sie brechen sehr leicht und sehr schnell ab. Da sind Drähte etwas "Pflegeleichter" und günstiger. Ganz nebenbei
neigen Sie weniger dazu, die Düse "aufzubohren"...

Gruß, Christian
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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #7 von Rentier » Do 17. Sep 2020, 16:32

Moin Digibike und nikibalboa,
vielen Dank für die praktischen Infos, den Rest lasse ich unkommentiert.
Zur Zeit erscheint mir eine beschichtete Düse noch nicht erstrebenswert.
Den "Hotpull" habe ich mehrfach versucht, er entspricht ja in ähnlicher Form dem Vorgehen lt. Handbuch. Die Erfolge waren sowohl nach Handbuch S. 92, wie auch nach Digibikes Beschreibung niederschmetternd: Das Filament lässt sich genau soweit einführen/eindrücken wie beim Load-Prozess, dadurch (?) findet auch keine Verbindung mit dem "Pfropf" statt. M. E. erreiche ich bei der Einführung des Filaments nicht den Bereich der Erhitzung. Auch eine Messung hat ergeben, dass ich das Filament nur bis ca. 5 cm an die Düsenspitze heranbekomme.

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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #8 von Digibike » Do 17. Sep 2020, 17:36

Dann die Düse abmontieren (Achtung! Unbedingt zum lösen die Düse aufheizen - andernfalls kommt es recht schnell zu kapitalen Schäden)...
Dann die Düse auf Backpapier, Spitze nach oben. Die Düse in den Backofen und diesen bei 250 Grad das Teil mal 20 min. durchheizen lassen.
Damit sollte das Zeug flüssig genug sein, dass es der Schwerkraft folgt... Dein Extruder sollte ja jetzt frei sein, für den Filamentfaden. Oder ist der auch betroffen?
AtlonXP extruiert da gern einen Schaschlikspieß durch - aber er hat ein 2,85er - zumindest hatte, da er umgerüstet hat oder gerade noch dabei ist, in auf E3D Hotend umzurüsten.

Gruß, Christian
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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #9 von zero K » Do 17. Sep 2020, 18:56

Guten Abend

Da ich nicht auf Ausbildung zum Grobschmied, Preisboxer oder Landmaschinenbauer zurückschauen kann, löse ich solche Probleme auf warme und zärtliche Art. Schau mal dort viewtopic.php?p=28152#p28152.

Zu Beginn sind die Dinger recht scharf - man sollte sie dann nicht mit viel Kraft in Arbeitsrichtung drehen.
Zur Reinigung glühe ich die Nadel aus - dann werden sie weich, sind aber immer noch zur Düsenpflege geeignet.

Wie Digibike schon andeutete - meist reicht schon die Gewichtskraft der Düse.
Ich spieße die zunächst nur gut erwärmte Düse auf eine Feile und erhitze das ganze mit einem Heißluftgebläse.
Mit den Feilen kann man gut ausräumen - den Rest macht Aceton
Bei Verstopfungen durch Pulver oder gar Fasern verstärkten Schmelzwerkstoffen werden die Düsen kaum ohne behutsame Kräfte frei zu bekommen sein.
Wobei dann sinnvoller Weise nur von hinten geprokelt wird. Versuche mit Faser gefüllten Werkstoffen stellten mich auch nicht zufrieden , daher lasse ich es sein.

Da ich für jeden Schmelzwerkstoff ein separates Hotend bereithalte, erzeuge ich keine Aglomerationen durch unverträgliche Filamente.
Vielleicht lohnt es sich mal darauf zu achten.

BTW: für die Leute die das Hotend V3 betreiben ...
Es ist vollständig zerlegbar und die Messingteile sind eigentlich schon recht gut gefertigt.
Möglicherweise geht es noch besser, denn eine Beobachtung die ich schon vor langer zeit machte scheint sich bei zwei weiteren Maschinen im Freundeskreis zu bestätigen.
Wenn man die Bohrungen der Messingteile innen poliert (Bindfaden mit Polierpaste reicht schon) erhält man zu nächst eine aktive Oberfläche, die aber im Laufe der Zeit eine Schicht bildet an der das Filament gut gleitet und auch im Pseudo-Heat-Brake (zwischen Heizblock und Peek) nicht haftet.

Am Großen Fluß gab es mal so etwa 200 mm lange und knapp 2 mm dicke Holz-Wattestäbchen.
Damit kann man die Atlonsche Schaschlik-Spieß-Extrusion auch an Hotends für 1,75 mm Filamente durchführen.

Für die Reinigung eines Hotends würde ich die Kiste nicht aus der Hand geben - Gewährleistung hin oder her, da wäre mir auch das Transportrisiko zu groß.

Gruß zero K

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Re: Problem mit Filament WOOD Compound (Renkforce)?

Beitrag #10 von Rentier » Fr 18. Sep 2020, 14:18

Digibike hat geschrieben:Dann die Düse abmontieren (Achtung! Unbedingt zum lösen die Düse aufheizen - andernfalls kommt es recht schnell zu kapitalen Schäden)...
Dann die Düse auf Backpapier, Spitze nach oben. Die Düse in den Backofen und diesen bei 250 Grad das Teil mal 20 min. durchheizen lassen.
Damit sollte das Zeug flüssig genug sein, dass es der Schwerkraft folgt... Dein Extruder sollte ja jetzt frei sein, für den Filamentfaden. Oder ist der auch betroffen?

Moin Digibike,
ich habe alles nach Procedure erledigt: Erst die Düse abmontiert und in den Backofen gelegt. Dann eine neue Ersatzdüse gemäß Bedienungsanleitung (einschl. Gewindesäuberung) eingeschraubt und danach ein PLA-Filament mit Load Filament eingeführt. Leider hat auch hier das Laden nicht funktioniert, das Filament kommt nicht über den "Anschlag" im Extruder. Den Vorschubmotor habe ich auch nicht geändert, das Filament selbst habe ich vorher per Unload aus dem rechten Extruder herausgeholt und hatte dort auch keinerlei Probleme.
Da ich die aus dem Backofen entnommene bisherige Düse inspiziert habe, kann ich auch hierfür feststellen, dass keine nachhaltige Verklumpung vorhanden war. Es sieht alles danach aus, als wenn eine Beeinträchtigung zwischen Anschlagspunkt und Düsengewinde vorliegt. Frage: was kann die Ursache sein?
Lg Bernd


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