So sieht ein richtiger Crash aus

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RF1000
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Re: So sieht ein richtiger Crash aus

Beitrag #51 von RF1000 » Sa 7. Mär 2015, 18:26

Hallo,


ich denke dass alle ein bisschen recht haben:

Udo hat vermutlich recht mit seiner Beobachtung, dass das Problem exakt dann auftritt wenn die Firmware viele Operationen bei gedrücktem Z-Min Endschalter ausführen muss (also z.B. den ersten Layer drucken) und dann etwas "Zusätzliches" passiert - da das ja nicht immer passiert vermuten wir einen manuellen Eingriff z.B. über die Hardware-Tasten oder ein zusätzliches Kommando vom Repetier-Host.

vip-klaus hat auch recht - im Idealfall wird ein Endschalter nicht überfahren. Der jetzige Z-Min Endschalter wird quasi als Referenzschalter verwendet, weil das für den Heizbettscan und die Z-Kompensation so notwendig ist. Danach (= darüber) könnte man hardwaremäßig einen "echten" Endschalter anbringen der die Bewegung nach oben definitiv stoppt. Dieser kann auch ein paar mm über dem Referenzschalter sein, solange sichergestellt ist dass der Referenzschalter nicht beschädigt wird, bevor der "echte" Endschalter erreicht wird.
Die Auswertung des DMS kann den Crash aber nicht sicher verhindern, weil der Z-Min Endschalter berührt werden kann bevor der Extruder das Bett erreicht (z.B. weil er auf der Y-Home Position steht). Wer möchte kann diese Funktionalität aber bereits jetzt in der Firmware aktivieren, indem FEATURE_EMERGENCY_Z_STOP auf 1 gesetzt wird ... aber Achtung: Diese Funktion beendet den Druck sobald ein zu hoher DMS-Wert erreicht wird, die Firmware muss danach neu gestartet werden (d.h. der Druck ist im Eimer).

mjh11 hat auch Recht - die jetzige Interpretation des Z-Min Endschalters ist für den Heizbettscan und die Z-Kompensation notwendig. Der zweite (= der "echte") Endschalter könnte aber eben doch Sinn machen und er könnte ein paar mm über dem Referenzschalter liegen, weil das Heizbett ja auch bis zu ein paar mm schief sein kann.
Den genormten Aufsatz sehe ich nicht als Lösung, weil wir bei der Abtastung und Z-Kompensation über Auflösungen im µm-Bereich sprechen und dieser Aufsatz wohl kaum so exakt positioniert werden könnte.

Fazit:
Sobald wir definitiv wissen warum es in den bisher bekannten Fällen zu dem Crash gekommen ist wird es eine vernünftige Lösung dafür (bzw. dagegen) geben. Wie genau diese aussieht und ob es irgendwann auch eine hardwaremäßige Veränderung geben wird kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir sind aber am Ball, auch am Wochenende :-)


mfG
RF1000

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Re: So sieht ein richtiger Crash aus

Beitrag #52 von vip-klaus » Sa 7. Mär 2015, 19:35

rf1k_mjh11 hat geschrieben:... Es gäbe schon mit deiner Idee eine Möglichkeit: Einen genormten Aufsatz über die Düse stulpen, der dann das Abtasten mittels Kollision ermöglichen würde, und, nachdem der Aufsatz entfernt wurde, das Heizbett und die Düse vor Schäden bewahren würde, da dann dein zweiter Z-Schalter bei Fehlfunktion oder -bedienung schalten würde.
Dann vergessen wieder Dutzende, in der Begeisertung, den Aufsatz zu entfernen und killen Bett oder Düse.

mjh11


Hallo mjh11,

genau so wird es aber bei manchen anderen 3D-Druckern gemacht. Das Vorhandensein des Messaufsatzes könnte man ja z.B. über einen Kontakt abfragen. Oder man lässt vor jedem Druck einmal den Tisch langsam bis kurz vor den Extruder hochfahren und prüft damit, ob der Messaufsatz noch drauf ist. Außerdem wäre das dann eine Fehlbedienung des Benutzers, genauso wie wenn man irgendwas auf dem Druckbett liegen lässt.
Der Referenzschalter dürfte dann natürlich nicht mehr stirnseitig angefahren werden, sondern er müsste seitlich mit einem Nocken betätigt werden, so dass er mehrere mm überfahren werden kann.
Ich bleibe dabei, es muss einen Endschalter geben, der absolut verbindlich den Z-Motor stoppt. Die Mechanik ist so elastisch, dass es dabei nicht auf 1 mm ankommt, so schnell wird die Druckplatte nicht brechen.

@ RF 1000: ihr dürft aber ruhig auch mal am Wochenende eine Pause einlegen :)

Gruß
Klaus

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Re: So sieht ein richtiger Crash aus

Beitrag #53 von Gemelon » Sa 7. Mär 2015, 22:58

Ja einen echten Endschalter würde ich auch befürworten.

gruß,
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Re: So sieht ein richtiger Crash aus

Beitrag #54 von rf1k_mjh11 » So 8. Mär 2015, 15:10

RF1000, Klaus/vip-klaus,

Ich nutze die Gelegenheit, da RF1000 das Wochenende geniesst, und erwidere doch noch:


RF1000 hat geschrieben:Den genormten Aufsatz sehe ich nicht als Lösung, weil wir bei der Abtastung und Z-Kompensation über Auflösungen im µm-Bereich sprechen und dieser Aufsatz wohl kaum so exakt positioniert werden könnte.


Dieser Aufsatz muss maßlich gar nicht exakt sein. Solange der Aufsatz während des Heat Bed Scans gleich bleibt. Denn der Scan macht hauptsächlich eines: den Höhenunterschied von einem gemessenen Punkt zu einer "Referenzhöhe" zu bestimmen. Ob User "A" einen Aufsatz verwendet, der 1.6mm hat, wogegen jener vom User "B" nur 1.4mm hat, ändert nichts an der erhaltenen "3D-Höhenkarte" des jeweiligen Bettes.
Zugegeben, der Heat Bed Scan erlaubt dem User zusätzlich einen Höhenoffset, mittels "M3006"-Befehl, einzugeben. Dies erfordert einiges an Kenntniss, da der Befehl sinnvollerweise im Start-GCode eingegeben werden sollte. Wenn der Aufwand schon betrieben wird, könnte der User doch unter ähnlichem Aufwand gleich den Z-Endstop genauer einstellen, oder?

Und um die ganze Idee weiterzuspinnen: Nehmen wir doch nur einen Endschalter. Der sollte so eingestellt sein, das das Bett und die Düse sich nie berühren können (also Abstand ca. 1 Layerhöhe). Der Heat Bed Scan könnte folgend ablaufen:

- User fährt auf Z-Home und gibt den Befehl für einen Heat Bed Scan ein (falls nicht auf Home, verweigert der Drucker mit einer entsprechenden Meldung)
- Drucker fährt Bett um 20mm nach unten und pausiert (jetzt ist Platz, um den "Scan-Aufsatz zu montieren, der ca. 1.5 - 2mm hoch ist)
- Drucker gibt Meldung aus den Messadapter zu montieren und selbiges zu bestätigen
- User 'montiert' Heat Bed Scan Aufsatz (oder 'auch Adapter' genannt) und bestätigt mit Knopfdruck oder "Weiter"
- Drucker fährt automatisch das Heat Bed Scan Programm ab, speichert die Werte und piepst wenn fertig.
- Drucker gibt Meldung über erfolgreichen Scan ab
- Drucker gibt Meldung aus, den Adapter zu entfernen und erbittet Bestätigung
- User bestätigt Entfernung des Messadapters.

Der Z-Endschalter wird während des Scan-Vorgangs nie berührt, da, durch den Adapter, dieser immer um den Adapterabstand entfernt ist. Der Drucker, während dem Scan, rechnet mit dem Abstand des Adapters, und fährt ab Z=2.0 nur mehr recht langsam nach oben, bis die Wägemesszellen auslösen. (Ähnlich läuft es jetzt auch schon ab: bis kurz vor Z-Home fährt recht flott das Bett hoch, dann ganz langsam. Mit dem Adapter müsste der Drucker einfach ein wenig früher beginnen langsam hoch zu fahren).

Umsetzung: Ein klein wenig an der Firmware umschreiben und einen einfachen, metallenen Adapter basteln (Metal wegen der Temperatur, sonst könnte ein jeder es selbst ausdrucken). Der Adapter müsste einfach aufzustecken und abzunehmen sein, ähnlich wie eine Stecknuss, oder einem Druckknopf.
Auch wenn der Adapter ein klein wenig Spiel hätte, wäre nicht alles verloren, vorausgesetzt, die erwartete Messkraft an der Wägemesszelle ist höher als die Kraft die notwendig ist, das Spiel zu eliminieren. Denn da würde der 'wackelige' Adapter jedesmal fest auf Anschlag gedrückt, bevor die Auslösekraft erreicht wird. Damit wäre das Messergebnis präzise und wiederholbar.

mjh11
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Schafft es der Mensch, einmal etwas idiotensicher zu machen, kontert die Natur sofort mit einem besseren Idioten.


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