Das große Extrudersterben

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF1000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
Looking4
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Das große Extrudersterben

Beitrag #1 von Looking4 » Sa 27. Sep 2014, 21:50

Also ehrlich, wenn man dieses Forum mal nüchtern zusammenfassen würde, lässt sich Conrad eine eigentlich einen nicht verkaufsfähigen Druckerprototyp von der Community zu einem funktionsfähigen Gerät austesten. Bei dem Preis des Druckers keine besonders schöne Politik, noch dazu, dass der Support auch überlastet scheint und Ersatzteile z.T. nur mit Wartezeiten zu erhalten sind.

Nichts desto trotz denke ich dass die Gesamtbasis nicht schlecht ist. Das hält meine Hoffnung aufrecht doch noch einmal einen Ausdruck beginnen zu können .... Und dann die Postings der letzten zwei Tagen in denen ein Extruder nach dem anderen durchbrennt :dash: . Also noch eine Fehlkonstruktion.

Ich sehe mich nun, schon weil mein Extruder wegen des Temperatursensors nicht geht, nach Alternativen um. Hatte hier vielleicht auch schon jemand diese Idee und ist dabei schon weiter fortgeschritten?

Der Anschluss eines anderen Extruders auf das Board ist ja kein Problem. Ich denke bei der Heizung sollte es auch kein Problem geben. Aber wie sieht es mit dem Messbereich des Temperatursensors aus. Kann man da auch einfach einen anderen nutzen oder sind das viele Stellen die umprogrammiert werden müsse?

Fröhliches suchen,
Marc

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #2 von riu » Sa 27. Sep 2014, 22:33

Hallo Marc.

Der Extruder von Conrad ist im Grunde der Beste den ich bisher gesehen habe. Hört sich erstmal komisch an, ist aber so. Wenn du in anderen Foren schaust, wirst du feststellen dass viele Extruder noch weitaus mehr Probleme haben als der von Conrad. Zugegeben ist das mit den Löchern im Extruderbody sehr dubios. Meine Extruder drucken dennoch sehr fröhlich vor sich hin. Auch mit Lochfraß.

Ich habe versucht selber einen Extruder zu bauen. Das Problem ist, dass die Heizung mit 24V getaktet arbeitet. Herkömmliche Heizpatronen wie sie es für den Mendel, Makerbot und wie sie alle heissen gibt, haben 12 V. Damit bekommst du keine stabile Temperatur hin. Ich habs probiert. Hab einen Heaterblock anstelle des Messingunterteils des Conrad Extruders geschraubt. Ging so lala bis auf die Temperatur.

Dann habe ich TECASINT gefunden. In Ermangelung einer Drehbank habe ich aber noch keine weiteren Unternehmungen gestartet um selbst einen Extruder zu konstruieren. Wenn meine Drehbank kommst fielgen auch 1-2 Tage später die Späne :coolbubble:

Die Hitzeentkoppelung vom Conradextruder ist vorbildlich! Ein Inliner aus PTFE damit das Filament nicht festklebt beim retract, spitzwinkelige Düse, all das macht den Extruder nicht vergleichbar.

So wie ich das verstanden habe ist Conrad gerade dabei den Extruder neu zu konzipieren und auch schon fert. Die alten Düsen passen dann nicht mehr. Das lässt vermuten dass es sich um eine größere Revision handelt. Ich bin gespannt.

Du kannst in der Firmware fast jeden im 3D-Druck genutzten Tempsensor nutzen. NTC 10k sind wohl die verbreitetsten. Es gehen aber auch 100k 200k Thermistoren. Kein Ding. Was du machen kannst: Es ist ja eine Madenschraube im unteren Messingteil richtig?

Die drehst du raus. Die hält eh nix fest :zunge:
Dann kaufst du DIr genau den Thermistor hier: http://www.conrad.de/ce/de/product/1013 ... 0?ref=list ... 0?ref=list
Den klebst du dann mit Auspuffkleber (graue Paste) in das Loch von der M3 Madenschraube (Es gibt auch solche Gewindebolzen im Modellbau). Dann lötest du das alte Themistorkabel an den neuen Sensor- fertig. Okay ist ein wenig Fummelei aber es geht - habs schon gemacht.

Gruss,
Udo

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #3 von Digibike » Sa 27. Sep 2014, 22:46

Hi,

Wollte mich nicht einmischen, aber eine kleine Info zum Extruder streuen...
Er wird nicht großartig umgearbeitet, aber nicht mehr mit den alten Düsen kompatibel sein, weil Sie das
Gewinde auf Feingewinde umändern wollen - damit soll dann das Problem, daß flüssiges Filament zum
Teil ins Düsengewinde drückt und dann diese Bombenfest verklebt, verhindern.
Damit erhofft man sich, daß das Problem der Abgerissenen Extruder beim Düsenwechsel verschwindet...

Soweit mein Kenntnisstand ist, bleibt der Rest, wie er ist, weil eben nach derzeitigem Stand Optimal
funktioniert...

Ist halt für die Endkunden dann deutlich leichter und sicherer, die Düse auszubauen, wobei die beste
Methode immer noch ist, oben die Mutter lockern, Extruder richtig Tempern und dann schon unten anhalten
und die Düse vorsichtig drehen, am besten ähnlich wie beim Gewindeschneiden halbe Umdrehung, viertel zurück usw...

Dann sollte nix reißen... Zumal der Extruder oben gelockert ist und somit eigentlich keine Kraft aufnehmen kann - außer man
verkanntet...

Gruß, Christian

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #4 von Looking4 » So 28. Sep 2014, 11:45

Die gute Hitzeentkopplung des Conrad Extruders war mit ein Entscheidungsgrund für den RF1000. Diese bleibt ihm auch unbenommen, genauso wie viele andere guten Eigenschaften des Druckers. War bei mir nur der Frust, dass meiner immer noch nicht druckt.

Nur um Missverständnissen vorzubeugen, ich möchte nicht über Conrad wettern. Ja, der RF1000 hat seine Fehler! Aber es ist und bleibt eine neue Geräteklasse, die halt noch Kinderkrankheiten hat. Als Bastler freut einen das ja auch. Da gibt es viel Potential für Verbesserungen die Spaß machen. Wenn er dann wieder (besser) funktioniert ist die Freude um so größer.

Woher habt Ihr nur die ganzen Infos zu den Entwicklungsarbeiten von Conrad?! Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch an Udo für das Teilen der Erfahrungen mit anderen Extrudern!

Eine Frage noch: Kommt der Lochfrass immer an der Hinterseite des Extruders? Das wäre dann die Stelle, wo er nur 3-5mm von X-Platte und Führungswagen entfernt ist. Ich würde daher vermuten, dass sich hier ein Wärmestau bildet, welcher den Kunststoff aufschmelzen lässt. Da hier zu wenig Platz für einen Ringkühlkörper ist, könnte ein zusätzlicher Lüfter auf den Boddy helfen.

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #5 von Digibike » So 28. Sep 2014, 12:20

Nu, ja! Conrad hat ja einen 3D-Druckshop aus der Taufe gehoben und sucht da natürlich unterstützung, um deren Community zu füllen - helf da ein wenig mit... Soweit ich halt kann... Zeit ist halt immer ein Knackpunkt bei mir... :(
Dafür hat man da auch teilweise recht kurze Info-Wege, was die im Hintergrund so am werkeln sind... Also Sachen, die kurz vor Vorstellung sind und somit nicht mehr ganz so geheim... ;)

Und wie schon bemerkt, regestriert Conrad anhand der Community-Reaktionen sehr genau, wo es probleme gibt und was funktioniert - also lang nicht mehr so wie früher, wo Sie auf den Markt geworfen haben und werd damit glücklich... Man geht da mittlerweile etwas sensibler mit um - zumindest was ich bisher beobachtet habe... Und wie gesagt: Düse und Wärmeentkopelung sind ja soweit eigentlich Perfekt - angesichts des Aufwands - mehr ist nur mit erheblichem Aufwand und Kosten möglich! Aber was Conrad wurmt sind die kritiken der immer wieder abgerissenen Extruder beim Düsenwechsel. Und da braucht man nicht lang analysieren, kommt von dem relativ groben Gewinde, daß von dem flüssigen Filament hinterspült werden kann und beim Abkühlen eine Bombenfeste verbindung bildet - da liegt es nahe, etwas am Gewinde zu ändern - und das war´s auch, was ich denen aus der Nase ziehen konnte - Nichts aufwendig neu konstruiertes, aber eben komplett inkompatibel... Leider! Dafür wesentlich schwerer für´s Filament, dieses zu hinterspülen.

Also keine Zauberei oder sowas, einfach ein eine Hand wäscht die andere System... :lol: Hat für die eh den Vorteil, daß wenn die Info im Vorfeld etwas gestreut wird, daß man in der Community regestriert, daß sich da bald was zum besseren tut... Für mich tun´s die alten Extruder noch lange - weiß ja, wie ich Sie auf bekomme... ;)

Gruß, Christian

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #6 von HJK » So 28. Sep 2014, 13:06

Tja, ich finde der Drucker ist reine Zeitverschwendung.
Immer wenn man denkt, so jetzt läuft es, der Drucker funzt und alle Einstellungen passen, dann braucht man trotzdem noch etliche Versuche bis mal etwas brauchbares gedruckt wird. :diabolisch:

Also ich überlege, meinen Drucker zu verkaufen. Zurückgeben kann ich ihn ja wohl leider nicht mehr. :dash:

Ich hätte gerne etwas funktionierendes für mein Geld.
Ich hasse es wenn etwas nach so vielen Versuchen und Einstellungen und was weiß ich noch; einfach nicht das macht was es soll.

:victory:

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #7 von Looking4 » So 28. Sep 2014, 13:56

Ärgerlich sind manche Probleme sicherlich aber vieles auch nicht ein Problem des RF1000. Spielereien bis ein anständiges Druckergebnis herauskommt hat man bei allen 3D-Druckern. Wenn man einmal in Foren zu anderen Druckern vergleicht möchte man gar nicht mehr wechseln. Selbst der berüchtigte Ultimaker hat z.T. extreme Qualitätsprobleme. Dann lieber der Conrad Bausatz wo man ohne schlechtes Gewissen dran rumschrauben kann. Und wenn man so ne gute Community im Rücken hat, die einem sinnvoll weiterhilft, dann ist das schon beinahe unschlagbar.

Zurück zum Thema: Nachdem ich mir die Bilder zu den Extrudern mit Loch angesehen habe, handelt es sich offensichtlich um die Rückseite des Extruders nahe des Führungswagens. Bestelle mir mal noch so einen kleinen Lüfter und passendes Anschlusskabel, um den Extruderbody leicht zu kühlen. (P.S. Echt erstaunlich, was dieser kleine Lüfter für einen Luftdurchsatz hat :woohoo: )

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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #8 von Digibike » So 28. Sep 2014, 20:25

@HJK, auch auf die Gefahr hin, etwas Off Topic zu werden - laß dir versichert sein, Probleme wirst du überall mit
allen Geräten haben! Außer, du nimmst 10 000 Euro aufwärtsin die Hand und kauft ein Profi-Gerät!
Aber hat kleineren Bauraum und verarbeitet nur Filament des Herstellers, was nicht unbedingt billiger
ist, als das, was du gemein hin kaufst...! Hintergrund? Wenn der Hersteller exakt weiß, was für Schwankungen
das jeweilige Filament hat, kann er entsprechend automatisch gegen steuern! Bauraum ist auch komplett
geschlossen, also Äußere Einflüsse aussen vor....! Da ist dann 3D-Drucken fast wie normales Drucken!
Das wirst aber mit Geräten mit Neupreis unter 10000 Euro nach heutigem Stand kaum hinbekommen - und
erst recht nicht, wenn biliebige Filamente verfübbar sein sollen... Hat was von Eierlegende Wollmilchsau... :P

Aber das nur am Rande! verfolge ja die Unterschiedlichsten Drucker ein wenig und habe ja selber noch einen
weiteren - da gruselts manchmal, was es für Probleme so gibt! Löst zwar jetzt nicht konkret deine Probleme,
aber hilft vielleicht ein wenig zu verstehen was da alles mit reinspielt - manches ist Herstellerverschulden,
manches auch einfach durch mangelnde Praxis-Erfahrung, manches auf die komplexe Material-Situation zurück
zu führen - es ist und bleibt im Homesektor halt erstmal in den Kinderschuhen - erinnert mich etwas an meinen
ersten Computer mit 16 KB und Datasette.... Lieber Himmel, hilf...! Und heute lacht man über beides - der Prozessor
hat mehr Cache als damals der ganze Rechner... :lol: Einfach etwas Geduld und Genieß die Schritte zum Erfolg!


Gruß, Christian

kkh
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Re: Das große Extrudersterben

Beitrag #9 von kkh » Mi 29. Okt 2014, 14:10

Hallo zusammen

Ich werde versuchen einen Heaterblock an den Conradextruder zu bauen. Das hat ja schon Udo versucht.

"Ich habe versucht selber einen Extruder zu bauen. Das Problem ist, dass die Heizung mit 24V getaktet arbeitet. Herkömmliche Heizpatronen wie sie es für den Mendel, Makerbot und wie sie alle heissen gibt, haben 12 V. Damit bekommst du keine stabile Temperatur hin. Ich habs probiert. Hab einen Heaterblock anstelle des Messingunterteils des Conrad Extruders geschraubt. Ging so lala bis auf die Temperatur."

Ich hab jetzt eine Heizpatrone mit 24V 40 W gefunden, die stark genug sein könnte.
Weiß jemand wieviel Watt der Conradextruder hat?
Ich möchte die Platine mit den 40 W nicht überlasten

Gruß Klaus


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