RF1000 Umbau

Hier könnt Ihr Erweiterungen oder Verbesserungen des RF1000 vorstellen oder diskutieren. Verbesserungspotential ist ja vorhanden. Modifikationen und Zubehör können hier ebenfalls diskutiert werden.
Benutzeravatar
anwofis
3D-Drucker
3D-Drucker
Beiträge: 90
Registriert: Di 5. Mär 2019, 12:06
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #131 von anwofis » Mi 7. Aug 2019, 05:48

@AthlonXP:

ich hab' jetzt schon viel getestet und irgendwie bzgl. Druckoberflächen waren die Eigenbaulösungen alle nicht so toll:

# Blaues Klebeband: ganz ok nur für PLA, aber irgendwann reisst man Löcher rein
# Kapton Tape: hielt bei mir nichts so wirklich
# Kapton Tape + Haarspray: hält etwas besser, aber wenn man die Platte nicht abnimmt, sprüht man die ganze Mechanik mit voll xD
# Kapton Tape + ABS Juice: wenn das Bauteil warpt, reisst es das Kapton mit runter...
# FR4-Platte: hält nicht
# Carbonfaserplatte: hält auch nicht
# Pertinax: PLA hält ganz okay
# Pertinax + TESA-Stick: hält besser, aber auch nicht so toll für große Teile (bei 120°C hat das Pertinax nicht mehr gehalten und in der Mitte gewarpt...)
# BuildTak: PLA, ABS halten super; leider war mein Druck nicht richtig gelevelt damals und ich hab' gleich ein Loch reingerissen beim Runtermachen: hier erst genau! Leveln und dann vorsichtig mit Cuttermesser abziehen
# 3DPrima PEI: hielt nicht so gut (liegt wshl. daran, dass in meinem Ultimaker das Bett nicht so gut gelevelt war...)
# BuildTak PEI: ASA bis jetzt sehr gut (dank perfekt geleveltem Bett :)); wird die Zeit zeigen, ob es was taugt

To do (vielleicht):

# FilaFarm FilaPrint https://www.filafarm.de/collections/dru ... bs-und-pla soll laut RepRap Forum gut sein, aber war mir zu teuer bis jetzt
# GeckoTek https://youprintin3d.de/hardware/geckot ... rface.html keine Ahnung, ob das was taugt?
# MTPlus Dauerdruckplatte http://www.mtplus.de/Dauerdruckplatte0.html soll sehr gut sein - war mir aber ebenso zu teuer
# Wär auch mal interessant, was die in der ISS für eine Druckplatte einsetzen :) : https://www.youtube.com/watch?v=_iFfehELSkU

Kommt natürlich darauf an, was man drucken möchte: bei mir halt ABS/ASA/PC.

zero K
Erfahrener 3D-Drucker
Erfahrener 3D-Drucker
Beiträge: 298
Registriert: Mi 6. Dez 2017, 13:17
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 84 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #132 von zero K » Mi 7. Aug 2019, 09:47

In meinem RF 2000 v2 ist eine Alu-Platte.

Bei mir kommt das blaue Scotch 3M Kreppband oder die 200 mm breite Polyimidfolie zur Anwendung.
Allerdings drucke ich nur PLA, PETG und sehr selten PVA.

Kapton macht richtig hübsche Oberflächen - nach dem Druck muss man meist etwas warten bis das Bett etwas abgekühlt ist.
Die Folie blasenfrei auf das Bett zu kleben erfordert etwas Übung.

Das blaue Band ist meine Standardbeschichtung.
Die Bahnen spaltfrei auf die heiße Alu-Platte geklebt, presse ich es anschließend mit der Kante eines entgrateten Spachtels auf das Druckbett.
Dadurch geht die Kreppstruktur weitgehend verloren.

Zwischendurch wische ich mit einem Alkoholnassen Küchenpapier über die jeweilige Beschichtung.

Zuweilen muss ich die Modelle mit einem riesen Küchenmesser unterfahren um sie von der Platte zu lösen.

Die dickeren Dauerdruckfolien sind für die heißen Düsen beim Heatbedscan zu elastisch und führen zu Fehlmessungen.
Buildtak warnt sogar vor Kontakten der Heißen Düse mit der Beschichtung.

Mit der Sandwichbauweise aus zum Teil thermisch schwach leitenden Werkstoffen konnte ich mich bisher noch nicht anfreunden.

Gruß Zero K

Benutzeravatar
AtlonXP
Prof. des 3D-Drucks
Prof. des 3D-Drucks
Beiträge: 1485
Registriert: So 15. Nov 2015, 20:55
Hat sich bedankt: 410 Mal
Danksagung erhalten: 273 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #133 von AtlonXP » Mi 7. Aug 2019, 11:48

Das ist eine schöne Bewertung was ihr hier aufzeigt.
Mein Spannsystem ist für 2mm Stärken ausgelegt.
Diese Kunststoffe verdrucke ich:
ABS; PA12; PETG; PP; PLA.
Hier meine gesammelten Erfahrungen:

ABS Soße auf Glasscheibe für Temperaturbereich > 120 C°:
- Großflächige ABS drucke. +++
- PETG kleinflächige drucke +++
- PETG großflächige drucke. –
Zu hoher Scheiben verschleiß, die Dinger springen durch zu hohe Spannung.

1 mm Pertinax auf 1,5 mm Alu Weichblech Temperaturbereich < 120 C°:
Im Moment habe ich noch Verzug Probleme, halte es aber (vermutlich) für beherrschbar.
- PLA hält. ++
- ABS +
- PP hält gerade so. +
- PA12 hält bombastisch +++ hier besteht die Gefahr dass sich das Zeug mit dem Pertinax verschweißt. (Oberflächen Beschädigung).

2 mm FR4 Platte ohne Trägerplatte Temperaturbereich > 120 C°:
- Für ABS Kleinteile zu empfehlen ++, Haftung ist mittelmäßig, bei erkalten gehen die Teile leicht ab.
- Wegen Verzug sollte die Platte dünner sein (0,5 -1 mm) und auf einem Träger verklebt sein.
Ansonsten ist das nicht beherrschbar.
- Platte ist sehr robust und hält höhere Temperaturen aus.


CFK Platten setze ich vorläufig mit FR4 gleich (unerprobt).
CFK 1,0 mm, werde ich als nächstes testen.
Bei den ganzen Platten Geschichten gilt:
Die Platten müssen rau angeschliffen sein, sonst hält da nichts richtig drauf.

Capton Folie (PA) auf 2,0 mm Edelstahl Blech. (970g)
Für PETG schein mir die Folie sich sehr gut zu eignen.
Versuche mit großflächigen Druckteilen stehen noch aus.
Leider ist es mühselig die Folie Stoß.- und Blasenfrei zu verkleben.

Blue Tape:
Es ist sicher ein gutes Anfängermaterial.
Mir gefällt hier nicht, dass Rest Fusseln am Bauteil hängen bleiben.

LG AtlonXP

Benutzeravatar
anwofis
3D-Drucker
3D-Drucker
Beiträge: 90
Registriert: Di 5. Mär 2019, 12:06
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #134 von anwofis » Mi 7. Aug 2019, 12:10

@AthlonXP:

Schön, dass Ihr eure Erfahrung hier schreibt. Also mit FR4/CFK Platten muß ich wohl kein Glück gehabt haben.
Natürlich habe diese vorgeschliffen, aber die erste Schicht hat sich einfach abgelöst...

Vielleicht liegt das daran, dass ich damals viel mit meinem Ultimaker (der erste aus Sperrholz...) getestet habe und da das Bett etwas wackelig und schlecht gelevelt war...

Ich lass' jetzt erstmal das PEI in meinem RF1000 ;)

-

PP (Herz) hab' ich auch eine Spule da, aber das hält bei mir auf gar nichts? :dash:

Benutzeravatar
AtlonXP
Prof. des 3D-Drucks
Prof. des 3D-Drucks
Beiträge: 1485
Registriert: So 15. Nov 2015, 20:55
Hat sich bedankt: 410 Mal
Danksagung erhalten: 273 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #135 von AtlonXP » Mi 7. Aug 2019, 14:00

@ anwofis,
man sollte den ersten Layer schon etwas einimpfen.
Das kann unsere RFX000 Klasse sehr gut, in Verbindung mit unserer Community FW.

Zu PP, meines ist von NUNUS.
Die Eigenschaft von PP ist, dass es wirklich schlecht hält und sich auch nicht kleben lässt.
Es hat auch in meiner Kunststoffpalette, die größte Schrumpfung (Warping).

Auf Pertinax hält es bedingt.
Kleinere Teile dafür umso besser.

Man kann es auch auf PP Packklebeband verdrucken.
Das Klebeband wirft allerdings Blasen.
Dafür verschweißt sich das Material mit dem Klebeband.

Aus diesem Grund empfehle ich in diesem Fall, einen Raft mit einzubauen.

LG AtlonXP

Benutzeravatar
anwofis
3D-Drucker
3D-Drucker
Beiträge: 90
Registriert: Di 5. Mär 2019, 12:06
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #136 von anwofis » Fr 16. Aug 2019, 23:15

Wieder mal ein Update:

Die WaKü ist eingebaut - meine Nerven!

IMG_0112.JPG

IMG_0113.JPG


Hab' erst die Schlauchdurchführungen falsch platziert, weshalb die Z-Achse mir einen Schlauch aus dem Kühlkörper gezogen hat...
Ist aber zum Glück keine Flüssigkeit in die Elektronik gelaufen...

Momentan kühle ich die 3 Motoren im Bauraum und das Hotend - packt die WaKü locker :)

(Ich verliere aber etwas Bauram in Z, da ich die Aussparung für den Y-Motor geschloßen habe.)

-

Dann wurden der Teflonschlauch zwischen Bondtechs und Hotend geführt anstatt fest verbunden, damit die DMS wieder richtig funktionieren.

-

Ferner sind alle Seiten mit Isolationsmaterial gedämmt worden, um für die Bauraumheizung vorzubereiten.

Da bin ich noch am Experimentieren, wie man sieht ;) (bitte nicht nachbauen!):

IMG_0114.JPG


Unten ist ein Querstromlüfter aus einem Backofen, der für Umluft sorgt.
Ein Reduzierstück aus ABS führt die Luft auf das 500W Heizelement, welches PID-geregelt wird.
Eine Hülle aus Kaptonklebeband leitet die warme Luft in den Bauraum.

Ich komme in kurzer Zeit auf 70°C im Bauraum.

Ich habe mal einen ABS-Testdruck (noch ohne Bauraumheizung) mit WaKü gemacht:
die Schichten halten plötzlich viel besser! Kann ich mir nur so erklären, dass der Lüfter des Cyclops die Luft um das Hotend zu stark abgekühlt hat bzw. zu viel kalte Luft auf das Bauteil gekommen ist.

-

Den Holzrahmen lasse ich noch aus Blech machen und die Halterungen für Lüfter + Heizelement drucke ich aus Polycarbonat - das sollte die Temperatur auf jeden Fall aushalten.

Die Bauraumheizung muss ich erst noch ausgiebig testen :) Ich habe mir gedacht, dass ich ein paar Proben drucke und messe bei welcher Spannung entlang der Schichten diese brechen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
anwofis
3D-Drucker
3D-Drucker
Beiträge: 90
Registriert: Di 5. Mär 2019, 12:06
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #137 von anwofis » So 18. Aug 2019, 23:27

So habe begonnen die Bauraumheizung auszuprobieren:

Mit einer Federwaage und einem Eimer mit Gewichten habe ich jetzt die Bruchspannung von Druckteilen getestet:

Erst habe ich Zugproben gedruckt, nur waren diese immer zu massiv und haben 20 kg Zug ausgehalten ohne zu brechen.

Also habe ich folgende Probenform (entspricht jetzt keiner Norm oder so) gedruckt:

probe.png


Die linke Seite wurde geklemmt und rechts der Eimer eingehangen.

Jetzt habe ich erstmal gegoogled und Folgendes gerechnet, um die Spannung im Material bei Bruch zu bekommen:

balken.png


Hoffe mal das stimmt :)

Hier sind meine Ergebnisse für ASA Fillamentum Grün, 1.75 mm:

Infill 90 %; 3 perimeters; l= 43 mm; 255°C Düse

messung1.png


Man sieht, dass die Bruchspannung ein Stück zunimmt. Leider ist bei 90% Infill immer noch etwas Hohlraum in der Probe - daher vermutlich die Streuung in den Messungen. Sieht man auch an den Bruchstellen.

Auch habe ich plötzlich Probleme mit Warping bekommen (ich hab' die kalte PEI-Oberfläche dann mit Aceton abgewischt und es hält jetzt wieder besser) - die Messwerte sind also nur symbolisch zu sehen.

-

Werde als nächstes mal TitanX (Formfutura) testen - dann aber mal mit 70-75 °C im Bauraum xD
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
AtlonXP
Prof. des 3D-Drucks
Prof. des 3D-Drucks
Beiträge: 1485
Registriert: So 15. Nov 2015, 20:55
Hat sich bedankt: 410 Mal
Danksagung erhalten: 273 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #138 von AtlonXP » Mo 19. Aug 2019, 00:29

An Digibike, das was ich jetzt schreibe bitte später entfernen.

Ohh.. man, kalte Mathematik, das ist was für Ingenieure!
Ist in der Formel auch irgendwo, Kraft mal Weg versteckt? :coolbubble:
Ich rechne noch lieber in Bar, als in MPa. :whistle:

@ anwofis, ich finde das gut was du da machst.
Wir sollten deinen Mühen einen Extra Beitrag spendieren, damit das hier nicht im Nirwana unter geht!

Vorschlag Überschrift: Materialprüfung, oder so ähnlich…
Ich hätte da auch einiges mit einzubringen. :developer:

Einverstanden?
Digibike kann das Jetzige dann rüber kopieren.

LG AtlonXP

Benutzeravatar
anwofis
3D-Drucker
3D-Drucker
Beiträge: 90
Registriert: Di 5. Mär 2019, 12:06
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #139 von anwofis » Mo 19. Aug 2019, 13:48

@AthlonXP:

"Dem Ingeniör ist nix zu schwör" hehe

-

Ich kann mal einen neuen Beitrag zu den Materialtests schreiben.
Wäre ja das Nächste, was ansteht, damit ich genauer weiß, was meine Druckteile aushalten.

Der Umbau ist ja im Prinzip schon fertig - nur noch ein paar Kleinigkeiten wie
die Heizung+Umluft professioneller gestalten und die letzten Löcher noch mit Silikon abdichten :)

Benutzeravatar
AtlonXP
Prof. des 3D-Drucks
Prof. des 3D-Drucks
Beiträge: 1485
Registriert: So 15. Nov 2015, 20:55
Hat sich bedankt: 410 Mal
Danksagung erhalten: 273 Mal

Re: RF1000 Umbau

Beitrag #140 von AtlonXP » Mo 19. Aug 2019, 18:38

@anwofis,
wenn ich deinen Versuch richtig deute, misst du in einem Biegeversuch die Bruchdehnung.
Für Metaller scheinen solche Messergebnisse Sinn ergeben, aber für Kunststoff…

Ich glaube eine reine Zugdehnung, so wie in dem Video beschrieben, in Faser.- und Gegenfaserrichtung, ergibt am meisten Sinn.
viewtopic.php?p=26916#p26916

Für Kunststoffe gibt es natürlich auch noch andere interessante Werte zu ermitteln,
ich glaube die Zugdehnung ist für uns am interessantesten.
Sollte ich was falsch verstanden haben, dann korrigiere mich bitte.

LG AtlonXP


Zurück zu „Erweiterungen“