Umbau auf 1.75 mm Extruder

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF1000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
carverroli
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Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #1 von carverroli » So 24. Nov 2019, 18:08

Hallo,
ich bin ganz ganz neu hier und habe ein Problem.
Habe einen gebrauchten rf1000 angeschafft, der bisher mit einem 3mm Extruder gearbeitet hat. Da dieser defekt war habe ich mir einen neuen 1.75 Extr. besorgt und eingebaut. Die ersten Druckversuche gingen mehr oder weiniger daneben, der Extruder bringt eindeutig zu wenig Filament.
Gibt es hier eine Anleitung, welche Schritte bein Extruderwechsel notwendig sind?
Danke für die Hilfe.
Roland Fleischer

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #2 von rf1k_mjh11 » So 24. Nov 2019, 19:18

Hallo Roland - carverroli,

Im Prinzip muss man nicht 'umstellen' wenn man von einem 3mm auf einen 1.75-er Hot End wechselt. Bloß im Slicer muss man UNBEDINGT die neuen Werte eintragen - in deinem Fall den Durchmesser des Filaments. Dem Slicer ist es egal, was für ein Hot End du einsetzt, der Slicer muss nur den Durchmesser der Filaments wissen. (Die Firmware, hingegen, muss wissen, wie viele Schritte des Schrittmotors nötig sind, um 1mm Filament zu fördern. Siehe nachfolgenden Absatz.)

Ein bisschen zusätzliches Tuning kann man machen, indem man den Extruder neu kalibriert. Dabei versucht man herauszufinden, wie viel der Extruder denn nun wirklich fördert, wenn man ihm einen Wert vorgibt. Beispielsweise möchte man 100mm Filament fördern - wie viel fördert der Extruder aber in Wirklichkeit? In deinem Fall ist das wahrscheinlich sekundär (der Unterschied wird vermutlich unter 5% liegen - das kann man vorerst mit dem Extrusionmultiplier ausgleichen, bis man Zeit hat, den Wert genauer zu ermitteln). Dazu gibt es hier im Forum einige Anleitungen. Zum Beispiel hier

Siehe auch: hier und hier.

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #3 von carverroli » Di 26. Nov 2019, 17:59

Hallo,
danke für die schnelle Antwort, hat mir sehr geholfen. Der eigentliche Druck ist mittlerweile OK. Wo ich Probleme habe, sind die ersten Druckrunden für Skirt and Brim vermutlich. Diese sind hauch dünn und man sieht am Filamentvorschub, dass dort ein Abrieb entsteht, das geförderte Filament also nicht durch die Düse passt. Kannst du mir in dieser Richtung noch einen Tipp geben.
Hoffe ich nerve nicht zu sehr.
Vg Roland

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #4 von AtlonXP » Di 26. Nov 2019, 19:05

Hallo carverroli,
du bist hier auf ein bekanntes Problem gestoßen.

Ich empfehle dir für den Anfang die Layerhöhe von 0,2 mm nicht zu unterschreiten.
Deine Düse baggert ins Bett und ist sehr schnell von der weißen Keramikkachel aufgerieben.
Du solltest für den Anfang gleich für Ersatz sorgen. ;-)

Hier findest du eine genaue Beschreibung darüber.
viewtopic.php?p=21710#p21710

Wenn du etwas besser in der Materie drin bist, empfehle ich dir unsere Community Firmware.

LG AtlonXP

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #5 von rf1k_mjh11 » Di 26. Nov 2019, 20:06

Hallo Roland - carverroli,

AtlonXP hat recht, man sollte für den ersten Layer nicht einen zu kleinen Wert vorsehen.

Es kann auch sein, dass du beim ersten Layer einfach knapper am Bett bist, als du und der Slicer annehmen. Die einfachste Methode diesem Problem zu begegnen ist, am Anfang des Drucks, wenn man erkennt, dass man zu knapp dran ist, einfach am Drucker die Z+-Taste ein paar mal zu betätigen. Damit erhöht sich der Abstand geringfügig. Aber nicht übertreiben, denn da kannst du dir Probleme mit der Haftung einhandeln.

Falls du merkst, dass das ein Dauerzustand ist (immer zu knapp am Bett) kannst du das im Slicer 'permanent' kompensieren. Möglichkeiten sind ein Z-Offset anzugeben, zum Beispiel im Start-GCode mittels M3006. Danach würde das Drücken der Z+-Taste entfallen.

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #6 von carverroli » Sa 7. Dez 2019, 19:09

Hallo,
leider hat mein neuer 1,75mm Extruder ganze 9Stunden gedruckt, dann hat die Heizung sich verabschiedet. Gibt es ähnliche Erfahrungen oder habe ich nur Pech gehabt?
Habe verschiedene Umbauten auf andere Extruder gelesen, gibt auch eine einfachere Lösung einen günstigeren Extruder ein zu bauen?
Danke!
Roland

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #7 von rf1k_mjh11 » Sa 7. Dez 2019, 20:00

Hallo Roland - carverroli,

Die originalen RFx000 Hot Ends sind recht empfindlich (V0, V1, V2 (und V3?)). Da ist der Heizdraht und der Thermistor direkt mit Zement vergossen und nicht austauschbar. Beim Düsenwechsel kann leicht der Schaden entstehen, wenn nicht korrekt vorgegangen wird (richtig gegenhalten und auf mindestens 120° vorwärmen). Du hast nicht zufällig Düse gewechselt, oder? Ist einer der Leitungen schon einmal 'ab', kann man es kaum reparieren.

Eine weitere mögliche Fehlerquelle wäre ein Leitungsbruch oder schlechte Steckverbindung. Diese zuerst prüfen. (Wenn das Heizbett oder der Thermistor dafür hinüber ist, gibt es bei gewissen Firmwareversionen eine Fehlermeldung, die man fälschlicherweise dem Hot End zuordnen könnte.)

Bist du sicher, dass es die Heizung vom Hot End ist, das hinüber ist?

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #8 von carverroli » Sa 7. Dez 2019, 20:11

Hallo,
der Extruder hat mitten im Druck aufgehört zu heizen. Ohne Fehlermeldung. Habe dann den Widerstand der Heizung gemessen, und mit einem 3mm Extruder verglichen, kein Widerstand mehr messbar.
Düse muste ich reinigen, hab aber ordentlich gegen gehalten, hat ja dann auch noch einige Stunden gedruckt.
Beim Ausbau habe ich dann noch gemerkt, dass einer der kleinen gewindestifte fehlt, also nicht abgebrochen sondern einfach weg???
Roland

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #9 von rf1k_mjh11 » Mi 11. Dez 2019, 13:01

Hallo Roland - carverroli,

Wenn sich (nur) die Heizung verabschiedet, druck der Drucker pflichtbewusst weiter, bloß wird die Filamentförderung nach Unterschreitung einer Mindesttemperatur eingestellt (siehe auch hier). Wenn das der Fall bei dir war, und du hast die Steckverbindungen geprüft und den Heizungswiderstand gemessen (sollte bei Defekt entweder 'Unendlich' oder 0 Ohm haben), dann ist die Heizung wirklich hinüber, und damit das Hot End auch.
War jedoch der gemessene Widerstand 0 Ohm, gibt/gab es in der Heizung einen Kurzschluss und es hat sich eventuell die Heizungssteuerung des Mainboards deshalb ebenfalls ver-tschüsst. Das wäre deutlich schlimmer.

Wenn du Glück hast, hast du direkt an der Systemplatine den Widerstand der Heizung gemessen und 'unendlich' Ohm erhalten. Dann könntest du bloß einen Kabelbruch haben. Kabel 19 (glaube ich) ist/war berühmt dafür, durch das Walken im Kabelschlepp vorzeitig den Geist und damit den Elektronentransport aufzugeben. Wenn jedoch direkt am Hot End unendlich viel Ohm gemessen wurden, dann ist diese tot und wird diese ersetzt werden müssen. Entweder mit einem Original Ersatzteil oder durch einen der vielen bewährten Hot End Typen (sehr viele haben einen E3D im Einsatz).

Die fehlende Madenschraube könnte, muss aber nicht mit schuld sein. Es sind bei meinen zwei V2 Hot Ends jeweils 2 Madenschrauben (vermutlich M2), bei der zerstörten V1 eine M3 Madenschraube (ich habe dort den Gewindeansatz gekillt). Bei der V0, die ich auch noch habe, gab es gar keine Madenschraube, bloß den nackten Zement - da musste man höllisch beim Düsenwechsel aufpassen (Versionen: siehe hier).

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Re: Umbau auf 1.75 mm Extruder

Beitrag #10 von carverroli » Fr 13. Dez 2019, 19:12

Hallo,
es war zu Glück nur der Extruder. Hab mich schon mal mit einem alternativen bemüht.
Was mich von Anfang am Rf1000 an gewundert hat, sind die Temperaturen für Filament und Heizbett. Hatte bisher nur mit einen Da Vinci aio zu tut, dort sind die Werte deutlich niedriger.
Habe jetzt mal mit einem Digithermometer nachgemessen und festgestellt, dass die eigentlichen Werte deutlich von den eingestellten abweichen.
Ist das normal? Bein Heizbett ca. 15°C. Denke beim Extruder ist das ähnlich. Wenn ich die max. empfohlene Filamenttemp. einstelle wird nur murks. Ab 10 grad darüber funktioniert die Sache.
VG Roland


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