Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Hier geht es ausschliesslich um die Extruder und Kühlung des Filamnts des RF1000. Fragen und Probleme sowie Verbesserungen können hier diskutiert werden
PeterKa
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Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #1 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 09:15

Hallo Gemeinde,

Um Ahtlons Mammutthread nicht weiter zu verwässern mit Dingen die bereits tausendmal beschrieben und gezeigt wurden, habe ich nochmal einen ganz kurzen Extrathread aufgemacht.

Es hat wieder einmal mehrere Wochen gebraucht um alle Umbauten nach meinen Wünschen durchzuführen. Und so sieht es jetzt aus.

DSC_0381.jpg

DSC_0382.jpg

DSC_0383.jpg


Es war ein ziemlicher Rundumschlag, denn ich habe den Extruder nun komplett aus Metall aufgebaut, mir waren nämlich alle meine gedruckten Teile der Extrudermimik kaputtgeschmolzen. Das war ich nun leid.

Der Bauteilelüfter an der Seite wird normal mit der Renkforce Software gesteuert, hier war nur das Problem mit der defekten Endstufe auf dem Motherboard, das ich mit 3 Externen Bauteilen (Zenerdiode, Widerstand,Elko) umschifft habe. Dabei habe ich selbstverständlich eine Katastrope aus Unachtsamkeit hervorgerufen, die mir das Halbleiterrelais für die Heizung des Bettes zerschossen hatte. Mr Ebay hat mir da für 7€ innerhalb von 3 Tagen geholfen.

Etwas musste ich dann in die Firmware eingreifen, um den Extruderlüfter zu steuern. Ein freier Ausgang auf dem Board war schnell gefunden (X19). Mit einer kleinen Zusatzroutine wird dieser nun so gesteuert, daß der Lüfter ab 40 Grad Kopftemperatur hochläuft und darunter wieder abschaltet. Der angenehme Nebeneffekt ist, daß ich sehen kann, wann ich die Esxtruderdüse besser nicht anfasse ;)

Ebenfalls neu ist die Verkabelungsarie am Extruderkopf. Das Steckergedöhns war ich echt leid, und die vom E3D passen ja auch nicht.

Zur Zeit führt er den HBS durch. Heute geht es noch an die ersten Testdrucke.

PS: Mein kleiner gedruckter Fesselflieger (Die Hummel) hat ihren ersten vielbeachteten Einsatz hinter sich. Es ist unglaublich wie widerstandfähig das PLA sein kann, wenn man es geschickt verwendet. Die Bedingungen für ein so kleines Modell im tiefen Rasen sind wirklich mordend, aber es hat sich wacker geschlagen.

Ich werde berichten, wie sich das Metallhotend für meine Anwendungen so schlägt. Nach 2500 Betriebsstunden mit dem V2 bin ich da etwas verwöhnt ;)

PeterKa
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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #2 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 11:37

Sodele, nachdem nun elektrisch und softwaretechnisch und mechanisch alles soweit gelaufen ist, beginnen die Probleme ;)

Ich habe die Firmware 10.37 vor 3 Wochen installiert, dann brav meine Änderungen gemacht (geht nicht in 5 Minuten).

Neuer Extruder -> neue PID Werte, so denkt der normale RF1000 Benutzer. Zack PID Scan durchgeführt.

Hmmmm

Seltsam.. der Integralteil 10 mal so groß wie der Differentialteil, das kommt mir sehr spanisch vor... Ist möglicherweise nur die Anzeige falsch ?

Prompt erreicht der Drucker die geforderten Temperaturen nicht mehr. Das Bett heizt 4,7 Grad zu weit auf, und der Extruder bleibt 6,3 Grad zu kalt.

Mit dieser Abweichung kann man drucken, zumal die Werte stabil stehen. Aber man keinen PLA HBS durchführen, weil die Zieltemperatur nicht erreicht wird.

Ich habe die Config.h Werte zurückgeladen und alles ist wieder deutlich besser, aber ich hätte es gerne noch besser, denn die Extrudertemperatur oszilliert... der aperiodische Grenzfall ist nicht erreicht, sprich die Werte in der Config sind nicht optimal. Die Amplitude ist allerdings nur gut 2,5 Grad (jammern auf hohem Niveau), aber es sollte ja besser gehen, oder ?

Ich habe hier schon allerhand über das Autotuning gelesen, aber was nun wirklich der aktuelle Stand ist hat sich mir nicht erschlossen. Hier bitte ich um etwas Nachhilfeunterricht.

Dann ein weiteres Problem das mechanische Ursachen hat. In den Positionen x=0 und x=245 kommt der Extruder sehr nahe an den Alurahmen. Wenn der Wagen zügig fährt knallt es schonmal ein wenig. Due Ursache ist, daß der erforderliche Aufbau für das e3D ein wenig mehr Platz nach rechts und links benötigt.

Die praktische Folge ist die, daß der HBS etwa jedes dritte Mal abbricht, weil der Wagen nicht perfekt frei steht, besonders in der rechten hinteren Ecke.

Damit kann man zwar leben, aber irgendwie wäre das Leben doch sehr viel einfacher, wenn ich die Breite auf 240 mm stellen könnte, so wie ich es im Simplify schon lange gemacht habe.

Also die Frage lautet: Kann ich die Fahrtgrenzen für den HBS in der Config ändern, oder irgendwo anders... Daß dann die Matrixen ungültig werden ist mir klar aber ich würd schon gerne wissen ob das geht, ohne mich von den ständigen Verbesserungen der Firmware abkoppeln zu müssen.

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #3 von Nibbels » Do 26. Okt 2017, 12:00

Ich habs im Mod repariert :)

Das Problem ist, dass der Integral-Summen-Teil in der Firmware nur positiv sein darf. Das macht aber für den Regler nicht sooo viel sinn.
Daher kommen meiner Meinung nach die Probleme. Ausserdem sind in der Configuration / Rfx000.h ein paar Werte falsch zugewiesen. Das sind Copy-Paste fehler gewesen, wo man z.b. Min = MinSensorWert, Max = MinSensorWert ...

LG
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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #4 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 12:19

AHA ;) Und der Mod ist dann der Link der bei Dir unten drinne steht ?? Und den kann ich benutzen ohne daß mein Drucker explodiert ? Bin auf dem Ohr gerade etwas sehr sensibel ;)

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend - HBS Einstellungen

Beitrag #5 von rf1k_mjh11 » Do 26. Okt 2017, 12:21

PeterKa,
PeterKa hat geschrieben:Aber man keinen PLA HBS durchführen, weil die Zieltemperatur nicht erreicht wird.
Da gibt es kein Problem. Alles was die Automatik macht, kann man manuell nachvollziehen. Einfach Extruder auf eine Temperatur vorwärmen lassen, die deinem Empfinden nach dem PLA entspricht, entsprechend lange zuwarten und den HBS mittels GCode oder Druckermenü starten lassen (den standard-HBS, nicht den PLA-HBS).
Ich selbst hatte nie Bedarf für diese nachträglich hinzugekommenen Erleichterungen. Ich hatte schon von Anfang an das Hot End immer auf 200°-220° vorgewärmt und nicht, wie in den frühen Anleitungen angegeben, bei niedriger Temperatur den HBS durchgeführt.

PeterKa hat geschrieben:Also die Frage lautet: Kann ich die Fahrtgrenzen für den HBS in der Config ändern, oder irgendwo anders... Daß dann die Matrixen ungültig werden ist mir klar aber ich würd schon gerne wissen ob das geht, ohne mich von den ständigen Verbesserungen der Firmware abkoppeln zu müssen.
Per GCode gibt es sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, was den HBS betrifft. Anfangs- und Endkoordinaten für X und Y, Schrittweite, usw. Siehe hier.
Du kannst dir einen kleinen GCode-Skript nach deinen Wünschen basteln und bei Bedarf ausführen (inklusive Vorwärmen und Zuwarten) - kein Eingriff in die Firmware nötig! Das heißt natürlich nicht, dass du diese Werte nicht fix in die Firmware einarbeiten kannst, wenn du möchtest.

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #6 von AtlonXP » Do 26. Okt 2017, 12:21

Hallo PeterKa,
das hast du gut gemacht.
Es sieht aus wie vom Uhrmacher.

Vielleicht solltest du nun eine FW von Nibbels aufspielen. :coolbubble:

Deine Wünsche sollten Problemlos umzusetzen sein.
Dazu ist aber Nibbels der Spezialist.

LG AtlonXP

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #7 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 12:50

Ja danke, natürlich geht das auch manuell und das schaffe ich auch. Das ändert nix an der Tatsache, daß ich die Temperatur sauber im Griff haben will. Und Nibbels hat ja schon geschrieben daß da etwas buggy ist. Das wird also gefixt, klaro.
Danke auch für die GCodes, da ist ja wirklich alles drinne. ABBA: Die Start und Endpunkte werden doch sicher nicht im Eprom gespeichert? das würde bedeuten, daß ich jedesmal den G-Code herkramen muß damit alles genauso ist wie zuvor. Nicht schlimm, aber in einem Jahr habe ich das alles total wieder vergessen.

Ich hasse es Erweiterungen an der Firmware vornehmen zu müssen. Einfach aus ganz praktischen Gründen. Schon meine kleine Lüftersteuerung muß neben den zusätzlichen Codezeilen per #include sowohl in der Repetier.h registriert werden, als auch in der Commands.cpp in der Hauptschleife. Heute weiß ich das noch genau, aber in einem Jahr ? Ebent.

Für Programmierkundige: Ich habe mit einem #define PK_VER erreicht, daß alle Stellen mit einem einfachen Search gefunden werden können. Also das geht schon ^^ aber es gefällt mir einfach nicht.

Was ich toll fand war, daß die Hauptplatine mit einiger Redundanz ausgestattet ist die allerhand Zusatzmöglichkeiten bietet ohne neue Hardware stricken zu müssen.

PeterKa

Anhang: Hier der erweiterte Code für den Extruderfan

// die Klasse verwaltet den Extruderkühler des Ganzmetal Hotends
// Es wird der PIN 75 (OUT1) benutzt, der über eine Leistungsstufe 24 Volt abliefert
// Als Ausgang wird die Buchse X19 auf der Hauptplatine verwendet.
// Sie ist in Repetier mit CASE_LIGHT_PIN definiert.

#define PK_VER

#define EXTRUDER_FAN_PIN CASE_LIGHT_PIN
#define MAX_FANOFF_TEMP 40.0
#define PK_CHECKINTERVAL 10000 //Millisekunden
#define ON 1
#define OFF 0
#define UNDEF -1

class CFullmetalFan
{
public:
void begin(int pin);
void checkTemperature();

private:
int myPin;
long LastCheckTime,AktTime;
int FanState; //ON,OFF,UNDEF
};


Und die Klasse selbst:

#include "Repetier.h"
#include "Pk_Changes.h"

void CFullmetalFan::begin(int pin)
{
myPin=pin;
LastCheckTime=millis();
pinMode(EXTRUDER_FAN_PIN,OUTPUT);
FanState=OFF;
digitalWrite(EXTRUDER_FAN_PIN,FanState);
}

void CFullmetalFan::checkTemperature()
{
float temp;
int newState;
AktTime=millis();
if((AktTime - LastCheckTime) < PK_CHECKINTERVAL) return;
LastCheckTime=AktTime;
temp= Extruder::current->tempControl.currentTemperatureC;
if(temp < MAX_FANOFF_TEMP) newState=OFF; else newState=ON;
if ( newState == FanState) return;
FanState=newState;
digitalWrite(EXTRUDER_FAN_PIN,FanState);
return;
}


Dazu kommen die Funktionsaufrufe in Repetier und der Commands.

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #8 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 15:40

Also @Nibbels: Er ist bisher noch nicht explodiert ;) Und meine Änderungen für den Fan stören sich nicht am zbV Mxxx Befehl (x19), höchstens wenn man willentlich ein und ausschaltet. Aber das kann ich im Code noch nachbessern indem ich den tatsächlichen Pinstatus explizit abfrage. Der PID Regler und das Autotune arbeiten jetzt so wie man es sich vorstellt. Prima. Den Rest habe ich einfach noch nicht kapiert, aber auch das schaffe ich noch.

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #9 von AtlonXP » Do 26. Okt 2017, 18:35

@PeterKa,

am versteh ich das richtig?
Du hast dir eine FW von Nibbels drauf geladen?
Dann gratuliere ich dir hiermit und willkommen bei den Beta Testern. :-)

Welche Version hast du aufgespielt?

LG AtlonXP

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Re: Mein Umbau auf Ganzmetallhotend

Beitrag #10 von PeterKa » Do 26. Okt 2017, 18:37

Also mein schnelles Lob muß ich revidieren, nachdem ich nun einen Tag relativ erfolglos herumgeopert habe.

1.) PID : Nach dem Autotune erreicht der Extruder den Sollwert nicht mehr, egal wie ich es drehe. Mit den Werten aus der Config.h klappt es ordentlich (also M502 + M500)

2.) Ein Heatbedscan ist nicht mehr möglich schlimmer noch, er fährt einen einzigen Punkt an, und speichert eine Matrix ohne auch nur ansatzweise das Bett gescant zu haben. Tut dann ganz unschuldig als ob alles ok wäre. Wenn man das Log durchsieht hat er vorher über falsche Matritzen entdeckt. Also invalid irgendwas.

Ich nehme nicht an, daß da ein wirklicher Fehler in der Firmware ist. Möglicherweise muß vor dem Aufspielen der neuen Firmware der Speicher gesäubert werden, oder man muß manuell alle Matritzen löschen. Ich habe keinen Plan und auch langsam keine Lust mehr. Na ja morgen ist ein neuer Tag.

PeterKa

PS. Es ist die letzte Version, ich schaue bei dem seltsamen Github nicht durch... was ich da genau mache.. Sorry, bin grad etwas verpeilt ..


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